Bargteheide : "Wir gehen von Zustimmung aus"

Großes Interesse: Das Ganztagszentrum war gut gefüllt. Nur  wenige  Plätze blieben an dem Infoabend frei.    Fotos: meier
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Großes Interesse: Das Ganztagszentrum war gut gefüllt. Nur wenige Plätze blieben an dem Infoabend frei. Fotos: meier

Um finanzielle Aspekte des geplanten Bürgerwindparks ging es auf einer Infoveranstaltung im Ganztagszentrum

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15. Juni 2013, 09:14 Uhr

Bargteheide | "Das Projekt liegt uns sehr am Herzen, es wird äußerst transparent geplant", sagt Bargteheides Stadtkämmerer Joachim Teschke. Es geht um den geplanten Bürgerwindpark am Glindfelder Weg. Der Planungsstand wurde jetzt im Ganztagszentrum vor vielen Interessierten vorgestellt. "Der Verkaufsprospekt wird im August erscheinen, Beteiligungen können im September eingezahlt werden", sagt Banker Stefan Körner. Er ist neben Teschke Geschäftsführer der Bürgerwindpark GmbH und Co. KG.

Zunächst muss jetzt aber geprüft werden, ob die Flugsicherung mitspielt und für die Anlage eine Einzelgenehmigung erteilt. Denn sie liegt nach neueren Bestimmungen zu nah am Drehfunkfeuer für den Luftverkehr in Ammersbek. Ob das zu einem Ausschlusskriterium wird, soll sich in sechs bis acht Wochen entscheiden. "Wir gehen von einer Zustimmung der Behörden aus", sagte Teschke. Die Entscheidung werde vor Zeichnungsbeginn der Anteile vorliegen. Mitte September soll das Geld eingesammelt werden.

"Die Rendite für die Anleger liegt bei knapp zehn Prozent pro Jahr, nach Steuern", so Steuerberater Maik Feddersen, der die rechtlichen Aspekte erklärte. Vor Steuern seien es 13,1 Prozent. Allerdings trügen die Anleger das unternehmerische Risiko mit. Die drei Anlagen seien aber sehr vorsichtig kalkuliert: "Wenn ich dürfte, würde ich Anteile zeichnen", so Feddersen. Das ist aber nur für Bargteheider und für Bürger mit Wohnsitz in den Jersbeker Ortsteilen Timmerhorn und Klein Hansdorf möglich. Gibt es mehr Anlegerwünsche werden sie im Runden-Verfahren berücksichtigt. Es bietet Vorteile für Kleinanleger. Mindestens 1000 Euro müssen sie investieren, dann sind in Tausender-Schritten höhere Beträge möglich. Insgesamt 2,7 Millionen Euro müssen von den Anlegern aufgebracht werden, damit ein Eigenkapital von gut 15 Prozent zusammenkommt. Der Rest wird auch aus steuerlichen Gründen über Kredite finanziert.

"Heute Abend geht es nur um den privatwirtschaftlichen Aspekt für die Anleger", sagte der stellvertretende Bürgermeister Claus Christian Claussen zu einigen lautstarken Windkraft-Gegnern zu Beginn. Sie verließen die Veranstaltung aber rasch, dann wurde es recht sachlich. Nur Fragen nach vermeintlichen materiellen Interessen wurden noch gestellt.

Die Pacht für die Landwirte als Eigentümer der Fläche sei zu hoch, kritisierte ein Teilnehmer. 150 000 Euro sollen sie für die drei Anlagen im Jahr erhalten. "Das entspricht der üblichen Pacht", sagte Feddersen. Die Landwirte hätten auf Geld verzichtet, so Teschke: "Sie hatten wesentlich lukrativere Angebote von großen Investoren", sagte Teschke, "sie haben sich aber bewusst für eine Bürgerbeteiligung entschieden." Und er arbeite wie auch Körner nur mit einem Mini-Job-Gehalt für die Gesellschaft.

Die Gesellschaft hat sich für drei Rotoren des Marktführers Vestas entschieden. Nach der Prognose können sie 24 bis 27 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. 20 Jahre Laufzeit für die Anlagen sind vorgesehen, in den Kosten ist auch ein Wartungsvertrag mit dem Hersteller Vestas einkalkuliert. "Wir rechnen konservativ", erklärte Körner, "nach dem Motto wenig versprechen, aber viel halten."

Diverse Gutachten werden jetzt abgearbeitet. "Sie werden alle im Internet veröffentlich", sagt Teschke. Es gebe auch ein Gutachten zum Infraschall, obwohl das von der Genehmigungsbehörde nicht verlangt werde. Die Einwände verwies er auf die nächste Sitzung des Bauausschusses am 4. Juli. Dort werden sie vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Ratssaal.

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