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Kleines Theater : „Wir gehen diesen Weg gemeinsam“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Lücke, die Kirsten Martensen in der Bargteheider Kulturszene hinterlassen hat, ist groß. Ein Team um ihre Tochter Caroline Dibbern versucht, sie nun das Kulturkleinod in ihrem Sinne weiter zu führen.

Umringt von einem großen Team stand sie in der Mitte der Bühne. Noch etwas unsicher wirkend ob ihrer neuen Rolle, aber durchaus entschlossen und motiviert. Caroline Dibbern ist ab Februar die neue Künstlerische Leitung des Kleinen Theaters. Es ist die Entscheidung, die sich die im Herbst vergangenen Jahres verstorbene Theaterchefin Kirsten Martensen immer gewünscht hatte. „Ich hoffe, dass eines Tages, wenn ich das nicht mehr kann, Caro das Theater übernimmt“, sagte die Prinzipalin im Frühjahr 2013. Das könne ja noch ein paar Jahre dauern, aber sie hoffe sehr, dass „ihre Caro“, dann soweit wäre.

Niemand ahnte, dass es wenige Monate später schon soweit sein würde. Der Tod ihrer Mutter kam trotz langer Krankheit unerwartet. „Natürlich musste auch ich erstmal meine Trauer verarbeiten“, erzählt die Tochter. Ihr sei nicht gleich klar gewesen, dass sie das Theater übernehmen werde. Schon 2009 war sie unterstützend im Haus tätig gewesen. Sie hatte Kurse gegeben und bei der Leitung der Gruppen geholfen. Doch so richtig heimisch, wie von ihrer Mutter damals erhofft, wurde sie in Stormarn nicht. Auch jetzt möchte sie zunächst zwischen Berlin und Stormarn pendeln. „Aber niemand sagt, dass sich das nicht auch bald ändern kann.“

Denn dieses Mal ist die Schauspielerin und Casterin gekommen, um zu bleiben. Es sei, als habe sie ihre Lebensbiografie direkt an diesen Punkt geführt. Unterstützung findet sie in einem großen Team. Sie habe schon immer gewusst, dass ihre Mutter tolle Unterstützer hatte. Aber so richtig klar, sei ihr das in der schwierigen Phase geworden. „Als ich sah, wie sie alle gemeinsam die Weihnachtsmärchen trotz des Schocks so toll und erfolgreich auf die Bühne gebracht haben, war ich begeistert und gerührt“, erzählt die 39-Jährige. Der großartige Zusammenhalt mit geballter Teamstärke das Lebenswerk ihrer Mutter weiterzuführen, habe sie überzeugt. „Es hieß gleich nach Mamas Tod, dass sie nur durch viele Menschen ersetzt werden könnte und nicht nur durch einen einzelnen“, so Dibbern. „Wir schaffen das schon“, sagt Dibbern und lacht einnehmend. „Die erste Probe habe ich gerade erst miterlebt und es war gleich magisch. Es lag etwas in der Luft“, erzählt die neue Chefin.

Das Publikum muss sich zunächst nicht auf große Änderungen einstellen. Die Theaterschule läuft weiter,. Die Wartelisten junger Schauspieler sind voll wie eh und je. Das Sommermärchen wird es wieder geben und selbstverständlich auch die erfolgreichen Weihnachtsmärchen. Das letzte von Kirsten Martensen noch selbst angestoßene Theaterstück „Der gelbe Vogel“, das von der „Bunten Wolke“ auf die Bühne gebracht wird, soll wie geplant im Februar seine Premiere feiern. Es ist spürbar, dass alle Beteiligten bemüht sind, ihre Konzepte und erfolgreichen Ideen, weiterzuführen, wenn auch in leicht veränderten Strukturen.

„Kirsten hat uns schon immer Freiraum für eigene Ideen gegeben. Es war immer Teamarbeit und ist es jetzt noch ein wenig mehr“, so Renate de Costa, die für das Senioren-Kabarett zuständig ist. Die Künstlerische Leiterin kann außerdem auf die Hilfe von Maren Kröger zählen. Sie ist jetzt alleinige Geschäftsführerin des KM Managements. Ebenfalls an Bord ist Angela Kross, Mutter des bekannten Schauspielers David Kross. Sie wird unter anderem die Skripte für die Weihnachtsmärchen mitentwerfen. Zum erweiterten Kernteam gehören 25 Helfer. „Ich kann die Nachfragen und die Neugier gut verstehen. Aber lassen Sie uns erstmal richtig anfangen. Es ist ja alles noch nicht lange her“, bat Maren Kröger. „Ich weiß, dass uns hier im Haus ein guter Geist unterstützt. Mama jubelt jetzt, dass das so klappt“, sagt Caroline Dibbern lächelnd und bekommt dabei leicht feuchte Augen.

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