Nach Bargteheider Großfeuer : „Wir bauen alles wieder auf“

Lars Dohmen in den Trümmern seiner Tischlerei, die vor einer Woche bis auf die Grundmauern niederbrannte.
Lars Dohmen in den Trümmern seiner Tischlerei, die vor einer Woche bis auf die Grundmauern niederbrannte.

240 Einsatzkräfte hatten „Dohmen&Ardelt“ nicht retten können. Die Tischlerei kann aber dank Hilfe direkt weitermachen.

shz.de von
28. März 2017, 06:00 Uhr

Leichter Brandgeruch hängt noch über der Ruine der Tischlerei „Dohmen&Ardelt“ im Bargteheider Gewerbegebiet. Lars Dohmen, einer der beiden Gründer und Inhaber, schaut in die verkohlten Überreste und schüttelt den Kopf. „Es sieht aus, als wären wir in einem Kriegsgebiet. Man glaubt niemals, dass einem hier so etwas passieren kann“, erzählt der Tischlermeister.

„Ich lasse es emotional nicht an mich heran. Ich stehe hier vor den Trümmern von sehr viel Aufbauarbeit. Wir sind damals auf die grüne Wiese gezogen und haben uns das Gebäude, den ganzen Betrieb nach und nach aufgebaut. Vor zwölf Jahren wurde das Gebäude eingeweiht“, berichtet er. Doch er wolle jetzt nicht mit dem Schicksal hadern. „Was passiert ist, ist passiert. Erstmal ist doch wichtig, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Das wäre noch viel schlimmer. Das hier bekommen wir wieder hin“, zeigt er sich kämpferisch.

„Keine Frage, wir machen weiter, wir sind gut versichert, würde ich sagen“, sagt Dohmen. „Es steht und fällt natürlich jetzt viel damit, wie das mit der Versicherung genau ablaufen wird. Der Faktor Zeit spielt beim Wiederaufbau eine Rolle“, sagt Dohmen. Ihm sei es aber wichtig, dass er verkünden könne, dass alle eingegangenen Aufträge abgearbeitet werden und direkt ab dieser Woche auch neue Aufträge angenommen werden. „Unser Know-How ist ja nicht verbrannt“, sagt er. Mehrere Tischlerkollegen aus der Umgebung hätten sofort ihre Hilfe angeboten. In einer Werkstatt in der Nachbarschaft kann das Team jetzt arbeiten. „Es war sehr berührend und auch ein schönes Gefühl, dass wir so viel Hilfe erfahren“, sagt Dohmen.

Mit ihren Büros sind sie zunächst bei einem Kunden in der Bargteheider Innenstadt untergekommen, mit dem sie bereits in der Vergangenheit häufig zusammen gearbeitet hatten. „Auch sonst erfahren wir Unterstützung. Viele unserer Lieferanten stoppten zum Beispiel sofort aktuelle Rechnungen“, erzählt der Tischlermeister. Die Nachricht des Brandes habe sich enorm schnell verbreitet. „Kurz nachdem einer meiner Mitarbeiter – der bei Ausbruch des Feuers in der Werkstatt war – mich anrief, und sagte, dass es bei uns brennt, gab es schon erste Nachfragen dazu im Internet. Wahnsinn, wie schnell sich heutzutage so etwas verbreitet“, erklärt Dohmen. Er hoffe, dass sich jetzt genauso schnell die Nachricht verbreite, dass es mit der Tischlerei weitergeht.

„Die gute Nachricht ist, dass wir unsere zehn Mitarbeiter behalten werden. Das sind hochspezialisierte Kräfte. Solche guten Leute bekomme ich nicht wieder, wenn ich die jetzt verliere“, sagt Dohmen. Auch die vier Azubis werden ihre Ausbildung fortsetzen können. „Wir machen jetzt weiter und bauen uns auch das Gebäude genau hier wieder auf“, so Dohmen entschlossen. „Ich möchte mich nochmal bei allen Helfern und Unterstützern bedanken, die uns zur Seite stehen“, sagt er.  

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