zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 17:21 Uhr

Windparkerweiterung abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lasbek: Einstimmiges Votum gegen eine Erweiterung zwischen Barkhorst und dem Pölitzer Ortsteil Schmachthagen

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 18:03 Uhr

Die Lasbeker Kommunalpolitiker haben einstimmig eine Erweiterung des Windparks zwischen Barkhorst und dem Pölitzer Ortsteil Schmachthagen abgelehnt. Allerdings konnten nur sieben der elf Gemeindevertreter an der Sitzung teilnehmen. Die vier anderen hatten sich aus beruflichen oder privaten Gründen entschuldigt.

Bisher drehen sich auf der Fläche bei Krummbek sechs Windräder. Sie haben eine Nabenhöhe von 65 Meter und eine Gesamthöhe bis zur Flügelspitze von knapp 100 Metern. Die Firma LENpower aus Hannover möchte drei weitere Anlagen dort aufstellen. Sie sollen allerdings eine Nabenhöhe von 135 Metern und somit eine Gesamthöhe von 185 Metern erhalten. Grund für den Antrag der Firma ist, dass der Eignungsraum für Windenergie dort rund 80 Hektar beträgt. Die Gemeinde hat allerdings durch einen Flächennutzungsplan auf 30 Hektar reduziert und die Zahl und Größe der Anlagen, die dort stehen dürfen, durch einen Bebauungsplan geregelt. LENpower ist der Auffassung, dass die Gemeinde die Fläche zu weit reduziert hat und sie deshalb auf rund 40 arrondiert werden müsste. Dazu müsste die Gemeinde die vorhandenen Pläne ändern. „Wir haben damals extra so geplant, damit der Abstand zwischen Windrädern und Wohnbebauung möglichst groß ist“, argumentiert Bürgermeister Harald Lodders (SPD). Nach dem heutigen Stand dürften die Anlagen dichter an der Wohnbebauung stehen. Dabei bräuchte der Abstand zu Splittersiedlungen nur noch 400 Meter und der zu Siedlungen 800 Meter betragen. „Wir haben uns lange damit befasst“, sagte Holger Mahlke (SPD). Grundsätzlich stehe die SPD der Windkraft positiv gegenüber. Allerdings sei die Gemeinde bereits mit den vorhandenen Anlagen in Vorleistung getreten. „Wir sehen im Moment keinen Anlass, einen neue Windparkausweisung zu betreiben“, so Mahlke. Zudem sei Lasbek die Gemeinde in Stormarn, die jetzt schon die meiste Windenergie liefere.

Wie die SPD sehen es auch die anderen Fraktionen. „Erneuerbare Energie wollen wir alle, Atomkraftwerke will keiner. Strom wird immer teurer. Es kann nicht sein das zwei (Betreiber und Grundbesitzer) davon profitieren und alle anderen den Nachteil haben“, so Erika Witten von der Wählervereinigung AWV. Die Lasten müssten gerechter verteilt werden. „Wir sehen auch keinen Grund dafür, das etwas geändert werden sollte“, so Gerd Schulz (CDU).

Auch die von der Frma LENpower in Aussicht gestellte Unterstützung der Gemeinde beziehungsweise der Bürger durch die Gründung einer Stiftung, Bürgerbeteiligung an den Windanlagen oder Bürgerstrom konnte die Kommunalpolitiker nicht umstimmen: Sie blieben bei ihrer Auffassung, das derzeit keine Änderungen an dem vorhandenen Windpark notwendig sei. „Auch im Falle einer Ablehnung werden wir unsere Planung nicht im Keller vergraben“, betonte Jonas Labowski, Projektplaner bei LENpower. Jetzt kann das Unternehmen aus Hannover nur noch den Rechtsweg beschreiten, wenn sie ihre Planungen gegen den Willen der Lasbeker Politik umsetzen will.





Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen