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Lasbek : Windkraftstreit geht in die nächste Phase

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Investor hat gegen die Zurückstellung der Bauvoranfrage durch das Land Widerspruch eingelegt.

Die Erweiterung des Windparks in Lasbek zwischen Barkhorst/Krummbek und Schmachthagen bleibt umstritten. Einer der beiden Investoren, die dort insgesamt sechs weitere Windräder aufstellen wollen, hat gegen die Zurückstellung der Bauvoranfrage durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Widerspruch eingelegt. Die Gemeinde Lasbek hatte die Zurückstellung beantragt, um den Windeignungsraum überplanen zu können.

Der jetzige Windpark in Lasbek hat eine Fläche von rund 30 Hektar. Allerdings beträgt der vom Land ausgewiesene Eignungsraum für Windanlagen dort insgesamt rund 90 Hektar. Durch einen Flächennutzungsplan und einen Bebauungsplan wurde das Areal Ende der 1990er Jahre durch die Gemeinde begrenzt. Anfang 2000 wurden dann sechs Windräder dort gebaut. Sie haben jeweils eine Gesamthöhe vom Boden bis zur Flügelspitze von 100 Metern.

Die Planung der Gemeinde wurden auch bei der Fortschreibung des Regionalplans nicht beanstandet. Lasbek hatte auch erklärt, dass es keine weitere Fläche für Windräder brauche. Die Anfrage der Investoren bezieht sich nun aber nicht auf den vorhandenen Bebauungsplan der Gemeinde, sondern auf den vom Land ausgewiesenen Eignungsraum. Da dieser aber nicht überplant ist, könnten die Anlagen weitaus dichter an die Wohnbebauung heran rücken als die vorhandenen Windräder. Statt 800 Meter Abstand zwischen Windanlagen und Barkhorst beträgt laut Bauvoranfrage des Investors der Abstand nur 600 Meter. Diese geringen Abstände will die Gemeinde Lasbek aber auf keinen Fall. Das Planungsbüro Stolzenberg wurde deshalb mit der Aufstellung einen Flächennutzungsplanes für das Gebiet beauftragt. Der Vorentwurf wurde von den Kommunalpolitikern jetzt verabschiedet und soll nach der Überarbeitung durch den Planer im September vorgestellt werden.

„Zwei der Windanlagen können durch den größeren Abstand voraussichtlich gar nicht gebaut werden“, so Bürgermeister Harald Lodders. Wie es mit den anderen Anlagen aussieht, müsse die Planung ergeben. Schon jetzt sollen dabei die Denkmalschützer mit ins Boot geholt werden, denn die neu geplanten Windräder liegen in der Sichtachse zur unter Denkmalschutz stehenden Kirche in Eichede. Ein Vogelschutzgutachten soll zunächst noch nicht aufgestellt werden. Das wird erst relevant, wenn für den Bereich auch ein Bebauungsplan aufgestellt wird, bei dem es dann ins Detail geht.

Trotz der bereits angelaufenen Planung der Gemeinde will einer der Investoren so schnell wie möglich dort seine Anlagen aufstellen und hat gegen die Zurückstellung der Bauvoranfrage Widerspruch eingelegt. Die Gemeinde Lasbek hat darauf nachgeschoben, dass die Zurückstellung sofort vollzogen werden soll, damit ausreichend Zeit für die Überplanung bleibt. Der Investor geht davon aus, dass die Einschränkung des Eignungsraums auf 30 ha quasi eine Verhinderungsplanung sei. Deshalb muss Lasbek jetzt mehr als die Hälfte des vom Land ausgewiesenen Eignungsraums von 90 Hektar in ihre Planung einbeziehen. Dann kann nicht mehr von einer Verhinderungsplanung gesprochen werden.

Dass über die sechs neuen Anlagen hinaus weitere Windräder im Bereich von Schmachthagen, aber auf Lasbeker Gelände gebaut werden sollen, ist offenbar nur ein Gerücht. „Ich hatte schon eine telefonische Anfrage eines Bürgers aus Schmachthagen deswegen. Aber es es sind keine weiteren Bauvoranfragen gestellt worden“, sagte Bürgermeister Lodders.





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