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Stormarner Tageblatt

18. August 2017 | 22:22 Uhr

Windkraftgegner sind optimistisch

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fristverlängerung und Reform des EEG-Gesetzes lassen die Initiative hoffen / Renditeversprechen viel zu hoch angesetzt?

„Unsere Erfolgschancen haben sich deutlich verbessert“, sagte Sven Herfurth, Sprecher von „Gegenwind“ bei einer Infoveranstaltung der Initiative, die inzwischen mehr als 1300 Mitglieder habe. Es gebe zwar keine Garantie, die geplanten Windräder am Glindfelder Weg verhindern zu können, die Fristverlängerung durch das LLUR, um denkmalschutzrechtliche Aspekte zu prüfen, sei aber ein gutes Zeichen, sagte Hans Pirch.

Große Hoffnungen setzen die Windparkgegner dabei auf ein eigenes Gutachten, das Dr. Helmut Behrens erstellen soll. Der Denkmalschützer soll die Auswirkungen auf Barockpark und Eiskeller in Jersbek sowie auf die Bargteheider Kirche prüfen. Weitere rechtliche Hebel sind die Überprüfung des städtebaulichen Vertrags und ein mögliches Normenkontrollverfahren.

Das kostet alles Geld. Die bisherigen Ausgaben bezifferte Erwin Zonker auf 20 000 Euro, von denen ein Großteil an die Anwaltskanzlei geflossen sei. An Spenden kamen rund 12 000 Euro zusammen sowie zusätzliche 6400 Euro aus dem Kreis der aktiven Mitglieder. Insgesamt weise die Kasse damit ein Minus von knapp 2000 Euro aus, deshalb bitte man um weitere Spenden.

Als Redner hatte man Dr. Hans-Joachim Reh eingeladen. Der langjährige HEW-Vorstand und ehemalige Aufsichtsrat von Repower sowie des Windparks Westküste bezweifelte die prognostizierten Renditen. Im städtischen Gutachten seien für drei Anlagen 2761 Volllaststunden pro Jahr angesetzt, das sei viel zu optimistisch, „fast ein Wert wie am besten Küstenstandort“, so Reh. Im Binnenland liege der Ertrag erfahrungsgemäß nur bei 1500 Stunden Volllast. Windschwache Jahre seien ein weiteres Risiko. Die genannte Rendite von neun Prozent hält er nicht für realistisch.

Dass der Bürgerwindpark durch die geplante EEG-Reform weniger rentabel sein wird, will Joachim Teschke Stadtkämmerer und Geschäftsführer der Bürgerwindpark-Gesellschaft, nicht ausschließen. Die Ertragsgutachten seien aber mit hohen Abschlägen berechnet worden. Bank-Experten hätten die Unterlagen geprüft und keine Beanstandung angemeldet. Bei der Bafin habe man aktualisierte Berechnungen eingereicht. Nach einer Genehmigung werde die Öffentlichkeit informiert. Teschke: „Wir geben uns alle Mühe, um transparent zu bleiben, damit die Anleger genau wissen, was sie tun.“

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erstellt am 14.Feb.2014 | 12:10 Uhr

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