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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 00:36 Uhr

Lustspiel : Willkommen auf St. Pauli!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Oldesloer Bühne taucht dieses Mal ins Rotlicht-Viertel ein und feiert mit dem Luststück in Grabau Premiere.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 05:45 Uhr

Das wichtigste Utensil im Kulissen- und Probenraum der Oldesloer Bühne ist derzeit ein riesiger, leistungsstarker Heizstrahler, der für wohlige, gefühlte 30 Grad Raumtemperatur sorgt. Denn warm muss es hier sein, damit die leicht bekleideten Frauen, die in der aktuellen Komödie auf der Bühne für eine ebenso quirlige wie frivole Atmosphäre sorgen, nicht frieren. Bei den drei Damen des Rotlicht-Gewerbes sind nämlich Bauch, Beine und Schultern so gut wie unbekleidet, und deshalb dürfen sie sich bei den derzeit laufenden Proben auf keinen Fall erkälten.

Die plattdeutsche Komödie „Een, twee, dree – St. Pauli“ entführt die Zuschauer auf den Hamburger Kiez am Hafen mitten in das Lokal „Fair Play“, in dem die resolute Wirtin Kiki (Heike Gräpel) hinterm Tresen ein strenges Regiment führt und seit Jahren auf ihren geliebten Seemann Hein wartet. Stammgast in der verruchten Kneipe ist auch der abgehalfterte Seemann Jonny, der gerne von vergangenen großen Seereisen erzählt und ab und an zum Akkordeon greift und Shanties singt – eine Paraderolle für Hans-Werner Thomasch. Der 74-Jährige spielt zum ersten Mal bei der Oldesloer Bühne mit, singt aber seit vielen Jahren im Oldesloer Shanty-Chor, wo er auch Akkordeon spielt. „Eigentlich spreche ich als gebürtiger Dresdner eher sächsisch, aber Plattdeutsch bekomme ich auch hin“, lacht Hans-Werner-Thomasch und nimmt das „leichte Mädchen“ Ines Lachs in den Arm. „Ich bin auch eine waschechte Sächsin und snacke hier zum ersten Mal Platt“, gesteht die 49-Jährige im knallroten Top. Das Plattdeutsche hat sie für die St. Pauli-Komödie extra gelernt, es bereitet der zierlichen Oldesloerin keine Schwierigkeiten – genauso wenig wie das Spielen einer Prostituierten.

In diese nicht alltägliche Rolle haben sich auch Vanessa Sacharow und Sabine Büscher bestens eingespielt – mit entsprechendem Outfit inklusive Peitsche. Sie mimen die Prostituierten Mona und Hella, die in der Kneipe gelangweilt auf Kunden warten.

Ein erfahrener „Plattsnacker“ ist dagegen Günter Geffe (72), Urgestein und Gründungsmitglied der Oldesloer Bühne, der als Seemann Hein in seinem 50. Stück diesmal nur in einer Nebenrolle mitmischt. Und Heike Gräpel, die ursprünglich die Regie führen wollte, musste in eine Rolle einspringen und spielt jetzt die Wirtin Kiki. Die Regie übernahm kurzerhand Robin Koch, der außerdem eine kleine Rolle spielt. „Das ist schon eine ganz schöne Herausforderung, so ein großes, buntes Ensemble mit 15 Spielern zu leiten. Ich habe nämlich genaue Vorstellungen, wie ich das haben möchte. Es klappt aber sehr gut“, sagt der 32-Jährige zufrieden. Diesmal spielt sogar die sonst unsichtbare Souffleuse auf der Bühne mit. Birgit Kuhlke, seit einigen Jahren Spielleiterin der Oldesloer Bühne, hat als Klofrau Molly alle Fäden, bzw. Textbuchseiten in der Hand – getarnt als Klatschzeitung.

Etwas ganz Besonderes ist das von Norbert Knoll, der einen Transvestiten spielt, entworfene Bühnenbild sowie die stilechte Möblierung des „Fair Play“. Der große Tresen wurde von Bruno Jawinski (88) in Eigenarbeit gebaut und hatte seinen ersten Einsatz schon bei dem Kultstück „Kerle Kerle“. Ansonsten stammt die gesamte Inneneinrichtung aus der ehemaligen Oldesloer Kultdisco „Blockhütte“, die in den 1960er und 70er Jahren in der alten Wolkenweher Mühle für Furore sorgte. Ältere Oldesloer werden sich bestimmt daran erinnern, wenn sie sich „Een, twee, dree – St. Pauli“ ansehen.

„Es ist ein lustiges, zeitloses und lockeres Stück mit unglaublich vielen Spielern und viel Musik. Und zwar Lieder, die jeder kennt und Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht“, betont Heike Gräpel, die ein bisschen wehmütig wird bei der Vorstellung, dass es jetzt definitiv die letzten Proben im alten Kulissenraum sind.

Premiere feiert das Luststück am Sonnabend, 9. April, um 20 Uhr in Grabau in der Mehrzweckhalle. Am Sonnabend, 16. April, um 20 Uhr und am Sonntag, 17. April, um 18 Uhr ist die Oldesloer Bühne dann in der Festhalle in Bad Oldesloe zu Gast.

>Der Vorverkauf hat begonnen. Karten sind erhältlich bei Pareibo, Hindenburgstraße 14, Augenoptik Mirus, Hindenburgstraße 40, und im Old Esloe, Hamburger Straße 37, sowie am Bühnentelefon unter (04531) 84330 und per E-Mail: karten@oldesloerbuehne.de

>Karten kosten 10 Euro im Vorverkauf, 13 Euro an der Abendkasse.






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