zur Navigation springen

Schieflage : „Wikinger“ wollen der Finanzlücke trotzen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Heimsieg gegen Dortelweil gerät zur Nebensache: Durch den Absprung des Hauptsponsors befindet sich Badminton-Erstligist TSV Trittau in finanzieller Schieflage. Ein größerer Zuschauerzuspruch könnte Verluste ausgleichen.

An diesem Wochenende war in der Trittauer Halle etwas anders. Stehen für gewöhnlich die Spieler des TSV Trittau im Mittelpunkt, waren es am Sonnabend die Zuschauer der Partie der 1. Badminton-Bundesliga gegen den SV Fun-Ball Dortelweil. Das Match gegen den Tabellenvorletzten entschieden die Stormarner erwartungsgemäß deutlich mit 5:1 für sich. Der sportliche Klassenerhalt ist längst perfekt – und doch steht eine weitere Saison des schleswig-holsteinischen Badminton-Flaggschiffs in der Eliteklasse zumindest infrage. Nach dem Rückzug des Hauptsponsors und der dadurch entstandenen Finanzlücke galt das Hauptaugenmerk daher gegen Dortelweil den Zuschauerrängen. Durch regen Zuspruch der Badminton-Fans hoffen die Verantwortlichen beim TSV Trittau, den Verlust zumindest abfedern zu können. 150 TSV-Anhänger bevölkerten die Tribünen gegen Dortelweil. Kein schlechter Wert, auch wenn in diesem Jahr bereits weitaus mehr Zuschauer in die Halle an der Heinrich-Hertz-Straße gekommen waren; aber eben auch keine herausragende Zahl.

TSV-Pressesprecher Andreas Willkomm betont: „Es sind momentan die Zuschauer, die uns finanziell ein wenig entlasten könnten – 150 sind dafür aber leider zu wenig.“ Für rauchende Köpfe sorgt längst nicht nur der Wegfall des Hauptsponsors, sondern vor allem die Tatsache, dass die Verhandlungen mit Spielern für die kommende Saison anstehen. Aufgrund der Olympiavorbereitungen entstehen viele Kosten, die die Sportler derzeit teilweise aus der eigenen Tasche finanzieren müssen. Ein Zustand, der auf Dauer nicht tragbar sein wird. Schnellstmöglich werde ein neuer oder gar mehrere Sponsoren benötigt, erklärt Willkomm. Andernfalls stünden für den TSV schwere Zeiten an.

Grund für das Aus des Hauptsponsors ist die Firmenpolitik der Lebensmittelkette famila – und keinesfalls die spielerischen Darbietungen der Trittauer. Denn aus sportlicher Sicht gibt es keine Kritikpunkte. Gegen den Absteiger aus Hessen konnten es die Stormarner locker angehen lassen – und gewannen dennoch deutlich. Spannend wurde es nur zu Beginn beim Damen-Doppel. Kate Robertshaw und Iris Tabeling fanden gegen Anika Dörr und Franziska Volkmann vom SV erst spät ins Spiel und mussten den ersten Satz an ihre Konkurrentinnen abgeben. Im zweiten und dritten Durchgang traten die TSV-Spielerinnen deutlich sicherer auf und siegten letztlich.

Im weiteren Verlauf der Begegnung waren Höhepunkte Mangelware – zu dominant traten die Gastgeber auf. Bei ihrem einzigen Punkt profitierten die Gäste von der Aufgabe Iris Tabelings im Match gegen Anika Dörr.

Vor den abschließenden beiden Saisonspielen blicken die Verantwortlichen des TSV bereits voraus. Sie erhoffen nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch weiterhin Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. „Mit etwas mehr Geld könnten wir einen echten Angriff auf die Spitze starten“, betont Willkomm. Die Südstormarner würden sich der schwierigen Situation stellen, verspricht Willkomm: „Wikinger geben nicht auf – und da unser halbes Team aus Wikingern besteht, werden wir alles versuchen.“

TSV Trittau I –

SV Fun-Ball Dortelweil 5:1
HD: Kenneth Jonasson/Ary Trisnanto – Peter Lang/Fabian Holzer 21:6, 21:14; DD: Kate Robertshaw/Iris Tabeling – Anika Dörr/Franziska Volkmann 15:21, 21:12, 21:17; HE1: Kenneth Jonassen – Kai Schäfer 21:3, 21:0; DE: Iris Tabeling – Anika Dörr 15:21, 0:21; GD: Nikolaj Persson/Kate Robertshaw – Fabian Holzer/Cisita Joity Jansen 21:14, 21:12; HE2: Nikolaj Persson – Peter Lang 21:12, 21:14.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert