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Keiner kümmert sich : Wieso liegen die Reifen zwei Monate in der Feldmark?

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Auf die Information von Carina Kortmann-David wollten Polizei, Amt und Kreis nicht reagieren.

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 18:18 Uhr

Seit mehr als acht Wochen liegen auf einem Feldweg im Meilsdorfer Moor zwischen Braak und Siek alte Autoreifen. Zunächst waren es gut 100, mittlerweile sind es mindestens doppelt so viele, und weiterer Müll kam hinzu. Den Behörden und der Polizei war das bekannt – es geschah aber nichts – oder nicht viel.

Bis zum 29. Dezember. Da informierte der bei der Polizei in Bad Oldesloe angesiedelte Umwelttrupp Stormarn die Medien über eine illegale Müllablagerung, die man am 28. Dezember entdeckt habe (wir berichteten). „Ich war sprachlos über die fehlerhafte Datierung und angebliche Entdeckung durch die Polizei“, sagt Carina Kortmann-David. Sie hatte den Reifen-Haufen in der Feldmark entdeckt: am 8. November!

Noch am selben Tag informierte sie die Polizei, dass dort ölverschmierte, rissige Reifen liegen. Am 13. November schrieb sie auch eine Mail an die Amtsverwaltung in Siek. Das einzige, was sich nach drei Wochen tat: Der Müllberg wurde größer. Es wurde noch eine zweite Ladung Reifen und weiterer Unrat dort abgeladen: PC-Monitor, Kärcher-Reinigungsgerät, Flaschen, Kratzbaum. Die Siekerin informierte erneut Polizei, wo das abgehakt wurde, weil die Anzeige ja schon mal aufgenommen worden sei.

Weil sie nichts hörte, hatte, sich die Siekerin auch an das LLUR gewandt, das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Das hat zwar „Umwelt“ im Namen, ist aber nicht wirklich zuständig. Deshalb verwies die Behörde an das Amt Siek als ersten Ansprechpartner, aber mit dem Hinweis, dass das Amt eventuell auf den Kreis Stormarn verweisen könnte. Tatsächlich ist es so, dass Kommunen für illegalen Müll im Ort, der Kreis für Ablagerungen im Außenbereich zuständig ist.

Carina Kortmann-David leitete die Mail des LLUR an das Amt Siek weiter. Dieses Mal kam eine Rückmail, inklusive einer Entschuldigung für die verspätete Antwort und der Mitteilung, dass man sich für die Entsorgung zuständigkeitshalber an den Kreis gewandt habe.

„Unsere Antwort ist tatsächlich erst im Dezember rausgegangen“, sagt Amtsleiterin Susanne Kuplich. „Dass es so lange gedauert hat, war keine böse Absicht, sondern ist einfach dem Umstand geschuldet, dass es im Ordnungsbereich so viel zu tun gab“, so Kuplich. Dazu gehörten auch Müllablagerungen: „Das stellen wir vermehrt fest. Da werden Möbel oder Grünschnitt in Plastiksäcken an den Straßenrand gelegt.“

In der Kreisverwaltung ist der zuständige  Mitarbeiter diese Woche noch im Urlaub. „Es kann sein, dass die Sache   längst erledigt ist, aber noch nicht abgeholt wurde“, sagt Amtsleiter Dr. Dietrich Peters, „von alten Reifen geht ja auch keine unmittelbare Gefahr für die Umwelt aus.“ Bei der AWSH, die normalerweise im Auftrag des Kreises abholt, liegt aber nichts vor.

Beim Umweltschutz-Trupp  der Polizei in Bad Oldesloe kam das Thema nie an. „Ich habe die Reifen auf einer routinemäßigen Streifenfahrt entdeckt“, sagt Polizeikommissar Jens Jensen. Normalerweise kümmert sich das zweiköpfige Team um Umwelt-Straftaten und nicht um Kühlschränke  in der Feldmark, „außer wir finden sie   sebst“, so Jensen.

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