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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 00:30 Uhr

Nienwohld : Wieder mehr Moor im Moor

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Landesamt für Umweltschutz stellt den Managementplan für das Naturschutzgebiet Nienwohlder Moor vor. Der Kreis hat bei dem Termin keine Zeit.

Jahrhundertelang wurde im Nienwohlder Moor Torf gestochen. 1976 war Schluss, in den 80er Jahren wurde das Moor wieder vernässt. Heute ist es nicht nur der größte und am besten erhaltene Hochmoorrest in Schleswig-Holstein, sondern auch Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Alstersystem, des weltweit größten Schutzgebietsnetzes.

Zum Naturschutzgebiet wurde das Nienwohlder Moor 1982 erklärt. Anfang der 90er Jahre sowie vor fünf Jahren konnte der Kreis Stormarn große Teile aufkaufen. Mehr als 100 der 384 Hektar sind in öffentlichem Besitz. Die Flächen wurden wiedervernässt und sind heute wieder Moor.

Auch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hebt die gute Entwicklung der Abtorfungsfläche hervor. Neben renaturierungsfähigem Hochmoor, Übergangsmoor und Torfmoos-Schlenken sei das Gebiet mit seinen Bruchwäldern, Feuchtwiesen, Staudenfluren sowie Knicks und Kleingewässern Lebensraum von Moorfrosch und Kreuzotter, seltenen Vögeln und Pflanzen.

Seit mehreren Jahren arbeitet das LLUR an einem Managementplan für das Nienwohlder Moor. Jetzt ist der Entwurf fertig. Er wird am Donnerstag, 30. Juni, um 18 Uhr im Bürgerhaus in Nahe vorgestellt (Segeberger Straße 90). Der Vorentwurf, der die Entwicklung des Hochmoores und seiner angrenzenden Flächen sicherstellen und Nutzungs-Interessen berücksichtigen soll, wurde vorab bereits mit Gemeinden und Institutionen diskutiert. Nun soll er den Eigentümern und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dabei können auch Ergänzungen und Änderungswünsche vorgebracht werden.

Für FFH-Gebiete gilt ein Verschlechterungsverbot, im Managementplan werden zudem Vorschläge gemacht, wie man den Zustand weiter verbessern und die Bürger einbinden kann. „Natürlich geht es um weitere Vernässung und Regeneration“, sagt Joachim Schulz von der Kreisumweltbehörde, „wir als Kreis würden gerne weitere Flächen dort ankaufen.“ Die sind im Besitz von etwa 30 Eigentümern, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht davon trennen wollen.

Finanziell attraktiv ist ein Verkauf nicht. 20 bis zu maximal 40 Cent pro Quadratmeter seien üblich, so Schulz: „Die wirtschaftliche Verwertbarkeit dieser Flächen ist eigentlich gleich Null. Wir versuchen natürlich weiter, die Eigentümer zu überzeugen.“ Wenn das gelänge, könnte es mit der Renaturierung schnell gehen. Am Termin in Nahe wird womöglich kein Vertreter ders Kreises teilnehmen – aus Zeitgründen. „Das LLUR hat den Termin nicht mit uns abgestimmt“, so Schulz.

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erstellt am 17.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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