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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 19:59 Uhr

Wie viel Polizei muss sein?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

CDU und Gewerkschaft GdP einig: Zahl der Beamten darf nicht sinken, sondern muss erhöht werden

Die Landesregierung will 182 Stellen bei der Polizei einsparen und in diesem Zuge auch Stationen mit weniger als fünf Mitarbeitern schließen. Das werde negative Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bürger haben, sagte Manfred Börner, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei der Diskussionsrunde in Bargteheide. Die CDU-Arbeitnehmerorganisation CDA hatte unter dem Motto „Weniger Polizei – Freibrief für Straftäter?“ ins Restaurant „Utspann“ eingeladen.

Auch Landespolizeidirektor Ralf Höhs, der sich wegen anderer Termine entschuldigen ließ „und sich auch nicht in der Lage sah, einen Vertreter zu entsenden“, so CDA-Kreisvorsitzender Jürgen Lamp, der neben Börner auch Dr. Axel Bernstein, den innenpolitischen Sprecher die CDU-Landtagsfraktion, begrüßen konnte. Nur eine ausreichende Anzahl von Polizisten sei ein Garant für die Innere Sicherheit, und nur die ortsnahe Polizei sei in den Gemeinden verwurzelt und würde von der Bevölkerung als wichtiger Ansprechpartner angesehen, so Bernstein. Die CDU fordere deshalb 160 zusätzliche Anwärterstellen in den nächsten vier Jahren.

Mehr Personal ist auch eine Forderung der GdP. Aufgrund des demografischen Wandels müssen in Schleswig Holstein pro Jahr 250 bis 270 Menschen bei der Polizei eingestellt werden, um die derzeitige Personalstärke zu halten, so Börner. Schon jetzt sei die Polizei mehr und mehr zu einer Notrufpolizei geworden, die häufig erst dann käme, wenn die Straftäter bereits über alle Berge seien. Eine Aufklärungsquote von deutlich unter zehn Prozent bei Einbrüchen würden auch Polizisten nicht besonders gut finden, so Börner. Wenn in diesen Bereichen keine Verbesserungen eintreten, bestehe die Gefahr, dass sich die Menschen mit Bürgerwehren selbst helfen. Das könne nicht im Sinne des Staates sein.

Die Diskussion zeigte, dass es in der Bevölkerung mittlerweile die Auffassung gibt, dass es effektiver sei, den Notruf 112 der Rettungsleitstelle als die 110 für die Polizei zu wählen. Und Dr. Bernstein wurde mit auf den Weg gegeben, dass die CDU das Thema noch energischer angehen solle. Lamp: „Das war mit Sicherheit nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema.“

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erstellt am 04.Mär.2015 | 17:00 Uhr

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