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Lebensretter : Wie Suche nach der Nadel im Heuhaufen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Feuerwehrmann Michael Appel ist Stammzell-Spender für eine Frau in Kolumbien.

Erstaunlich: Nach der Typisierungsaktion der Freiwilligen Feuerwehr Elmenhorst für potenzielle Stammzellen-Spender für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im November 2013 ist jetzt offenbar die „Nadel im Heuhaufen“ gefunden – in Person des Fischbeker Hauptlöschmeisters Michael Appel.

Dem 43-jährige Maurer, seit 17 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Fischbek aktiv, wurden jüngst in Köln Blutstammzellen entnommen, die umgehend einer an Leukämie erkrankten 35-jährigen Frau in Kolumbien transplantiert wurden. Nun hofft der Fischbeker, dass seinem noch anonymen „genetischen Zwilling“ in Südamerika das Leben gerettet werden kann.

Alle 16 Minuten erkrankt allein in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Oft bleibt eine Stammzell-Spende letzte Überlebenschance. Grund genug für die Feuerwehr Elmenhorst, mit 59 Personen 2013 an einer Typisierungsaktion der DKMS teilzunehmen. Mit dabei Michael Appel. Heiligabend erhielt er ein Schreiben der DKMS, dass er als Blutstammspender für einen an Leukämie erkrankten Patienten identifiziert sei. „Ein erster emotionaler Augenblick“, so Appel.

Für den Fischbeker war die in 80 Prozent der Fälle durchgeführte, „Übertragung von peripheren Blutstammzellen“ vorgesehen. Mehrwöchige Vorbereitungen zur Stammzell-Mobilisierung begannen im Januar. Anfang Februar wurde Appel für zwei Tage nach Köln ins Zentrum für Zellgewinnung eingeladen. Zwei Wochen später ging es erneut für zwei Tage nach Köln zur Stammzell-Entnahme. In einer rund dreistündigen Prozedur, ambulant und ohne Narkose in einem der Dialyse ähnlichen Verfahren, wurden aus Appels Blut die Stammzellen herausgefiltert. Schon nach einem Ruhetag war Michael Appel auf einer Großbaustelle in Bargteheide anzutreffen. Nach der Entnahme erfuhr der Fischbeker, dass sein „genetischer Zwilling“ eine 35-jährige an Leukämie erkrankte Frau in Kolumbien ist. Nun heißt es für Michael Appel abwarten. In drei Monaten erhält er Information über den Gesundheitszustand der fernen Patientin. Erst nach zwei Jahren Anonymität können Spender und Patientin bei beiderseitigem Einverständnis in direkten Kontakt treten. Darauf freue er sich schon jetzt, so Appel.

Nachdem die Typisierung lediglich damals ein „abstrakter Vorgang“ gewesen sei, sehe er sein eigenes, gesundes Leben jetzt in einem ganz anderen Licht. Und: „Ich hätte mir nicht vorstellen können, so emotional berührt zu sein und eine solche geistige Verbindung zu einem mir bis jetzt völlig unbekannten Menschen aufbauen zu können.“

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