hamberge : Wie steht es um die „Hamberger Rampe“?

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Seit 2011 wird an einer eigenen Autobahnzuwegung für die Gemeinde als Teil der Verkehrsberuhigung geplant.

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02. Juni 2014, 06:00 Uhr

Im Dreieck von B 75, A1 und A 20 gelegen, ist es nicht verwunderlich, dass sich Hamberge Gedanken um Verkehrslärm macht. Allein 40 Prozent der Einwohner sind direkt vom Lärm der Autobahn und der Bundestraße betroffen.

Bereits 2008 hatte die Gemeinde Lärmschutzmaßnahmen beschlossen und einen Aktionsplan zusammengestellt. Angedacht ist, die Lärmschutzwand zu erhöhen, einen schalldämpfenden Straßenbelag aufzubringen und die B 75 innerhalb des Ortes zur Landesstraße herabstufen. Die Breite der Straße soll auf neun Meter zurückgebaut werden, im Ort künftig nach dem Willen der Hamberger nur Tempo 30 herrschen – inklusive einem Nachtfahrverbot für Lkw.

Ein weiteres Kernstück im Kampf gegen den Straßenlärm ist die geplante Anbindung Hamberges an die A 1. Das Besondere an der „Hamberger Rampe“ ist, dass der Verkehr nicht mehr durch Hamberge fließen soll, sondern schon vorher abgeleitet, beziehungsweise um den Ort herum geführt wird. Die Gemeinde verspricht sich eine Lärm- und Verkehrsreduzierung von 60 Prozent.

Technische Planungen wurden bereits 2011 vorgestellt. Auf dem Papier war alles fertig: Eine Autobahnauf- und eine -abfahrt sollten an der B 75 kurz vor Hamberge zwischen der Brücke über die A 1 und dem Ortsbeginn entstehen.

Zu sehen ist jedoch bisher nichts. Was nach außen hin wie Stillstand wirkt, ist intern der Kampf um die Beantwortung von Detailfragen – so schildert es zumindest Jens Sommerburg, Chef des Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (Niederlassung Lübeck), und klärt auf: „Es mussten nach der technischen Planung auch der aktuelle Stand der landschaftspflegerischen Maßnahmen sowie der Lärmschutz-Unterlagen berücksichtigt werden.“ Dabei ging es auch um die Aktualisierung der Daten für den Antrag an das Bundesministerium für Verkehr, so Sommerburg. Denn seit Beginn der Planungen haben sich Details wiederholt geändert. Der Entwurf liege aber seit Ende vergangenen Jahres beim Bundesministerium zur Genehmigung vor, so Sommerburg.

„Der Vorentwurf für die Teilanschlussstelle bei Hamberge erhält voraussichtlich im dritten Quartal 2014 den Gesehenvermerk“, sagt Dr. Stefan Ewert, Sprecher des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im Berliner Ministerium sollen auch die Gesamtkosten und die Kostenteilung beurteilt werden. Etwa 4,53 Millionen Euro veranschlagen die Planer, die alleine vom Bund zu tragen sind, heißt es weiter. In den Kosten enthalten sind der Bau der zwei Rampen, Lärmschutzwände und der Kauf einer 6,5 Hektar großen Ausgleichsfläche im Bereich von Köthel.

Und wie geht es nun weiter mit der „Hamberger Rampe“? „Vor dem Baubeginn muss zunächst in einem noch durchzuführenden Planfeststellungsverfahren Baurecht geschaffen werden“, sagt Ewert. Danach könne „unter Berücksichtigung laufender und anderer zum Bau anstehender Bundesfernstraßenmaßnahmen sowie der dann zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel“ über einen Baubeginn entschieden werden. Es werde nachfolgend mit einer Bauzeit von etwa einem bis zu zwei Jahren gerechnet.

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