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Stapelfeld : Wie lange brennt die „Wunderkerze“ noch?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Amt Siek meldet Bedenken an: „Warum“?, fragt Geschäftsfrau Britta Anlauf.

Im Oktober feierte „die Wunderkerze“ noch groß ihr einjähriges Bestehen, jetzt sieht Ideengeberin Britta Anlauf ihr Werk in Gefahr: „Ich habe vor der Eröffnung einen Businessplan beim Amt Siek eingereicht, in dem unser Konzept ausführlich erläutert wurde. Jetzt werden plötzlich Bedenken angemeldet, ohne uns konkret zu sagen, was eigentlich los ist“, so die schwerbehinderte Frau, die ihr eigenes Geld in den Aufbau des Geschäfts gesteckt hat und deren Lebensgefährte, René Klingsporn, als ehrenamtlicher Geschäftsführer fungiert. Das Geschäft ist als interaktive Kerzenwerkstatt mit Shop und Café deklariert.

„Bis jetzt schreiben wir noch keine schwarzen Zahlen, ich selbst verdiene gar nichts daran. Ich könnte den Laden also zu machen, aber wir haben inzwischen sieben Angestellte, teilweise Mütter mit kleinen Kindern, die nicht so leicht neue Jobs finden würden“, sagt Anlauf. Sie sieht ihren Laden als Aushängeschild des Ortes: „Die Besucher kommen aus Bremen, Hannover und aus dem Harz. Die Leute kannten Stapelfeld sonst nur als Autobahnabfahrt, jetzt ist der Ort wegen uns ein Begriff.“

Der Konflikt: Die meisten Besucher kommen am Wochenende. Es werden Kindergeburtstage, Firmenfeiern und andere Veranstaltungen durchgeführt, in deren Rahmen dann auch mal die eine oder andere Kerze verkauft wird. Das kollidiert mit dem Ladenschlussgesetz. „Wieso darf der benachbarte Gartenmarkt am Wochenende verkaufen, den ich sehr schätze, oder Freizeiteinrichtungen wie das Dungeon in Hamburg, der Heidepark oder das Chokoversum?“, fragt die engagierte Frau, die vor ihrer schweren Erkrankung in solchen Freizeiteinrichtungen gearbeitet hat. Sie habe den Bürgermeister schon zwei Mal eingeladen, er kam nicht vorbei. Und auch vom Amt Siek fühlt sie sich vorgeführt: „Mitten in einem Kindergeburtstag kam die Sachbearbeiterin vorbei und teilte mit, dass es ,so alles nicht gehe’.“ Bis heute wurde nicht genau konkretisiert, was nicht gehe.
Anlauf möchte gerne das Dorfcafé für Senioren und Behinderte sein, die aus dem Ort so einfach nicht wegkommen. „Ich habe mich gefreut, dass die Kinder sich mal zu Fuß allein ein Eis holen können“, so die Stapelfelderin Katrin Delfs, die während des Pressegesprächs im Laden anwesend war.

Silva Krause von der Gewerbefachaufsicht Bad Oldesloe sagt dazu: „Ich habe mir den Laden angeschaut, weil ich mir grundsätzlich ein Bild mache und nicht nur vom Schreibtisch aus entscheide. Es war ein angenehmes Gespräch mit Frau Anlauf. Es geht um das Ladenöffnungsgesetz und den Sonntagsverkauf. Ich habe aber auch betont, dass wir eine Lösung finden werden. Das Gespräch ist in der nächsten Woche im Amt Siek geplant.“

Die Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Siek, Susanne Kuplich, schickte folgende Stellungsnahme: Aus Datenschutzgründen können wir leider nicht über die Einzelheiten berichten. Diese möchten wir gerne mit Frau Anlauf direkt besprechen. Sie verwies ebenfalls auf das geplante Gespräch am kommenden Mittwoch.



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