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Stormarner Tageblatt : Wie immer man zusammenkommt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Blumen, Geld und Müll - die Mischung in unserem Wochenrückblick hat es in sich.

über Eck gespielt

Stadt und Kirchengemeinde in Ahrensburg hatten sich eigentlich nichts zu sagen. Seit die Verhandlungen über den Ankauf von St. Johannes-Pastorat und Gemeindehaus vor einem Jahr an unterschiedlichen Vorstellungen gescheitert, galt das Verhältnis als zerrüttet. Trotzdem wollte die Kirche weiter verkaufen (am liebsten mit St. Johannes), und die Stadt war weiter an den Grundstück interessiert. Wie kommt man also zusammen, ohne dass einer sein Gesicht verliert? Zum Glück gibt es da den Verein Heimat, der günstige Wohnungen baut und bei dem die Stadt im Vorstand vertreten ist. Der rührige Verein kauft nicht nur Gemeindehaus und Pastorat, sondern lässt die Gebäude auch – wie gewünscht – für die Unterbringung von Flüchtlingen sanieren und umbauen. Gleichzeitig hat man das Grundstück in der Hinterhand für den zukünftigen Bau weiterer Rentnerwohnungen. Über die Miete wird die Stadt Sanierung und Umbau refinanzieren, erspart sich aber die Investitionskosten, die man im Schuldenhaushalt kaum noch hätte unterbringen können. Und die Kirchengemeinde hat Einnahmen und ist einen Kostenrisiko los.

Übung

Mit Blumen wär’ das nicht passiert. Mit Dutzenden Teelichtern wollte ein Ahrensburger seine Angebetete locken. Jedenfalls wiesen die brennenden Lichter mit dem Schriftzug „Ich liebe Dich“ den Weg ins Schlafzimmer, als die Feuerwehr eintraf. Die Rauchmelder hatten das romantische Idee anders interpretiert: Nichts als Liebes-, sondern als gefährliches Feuer. Mit Daumen und Zeigefinger dämmten die Blauröcke das Problem ein. Eine gute Vorbereitung auf Weihnachten, wie unser Karikaturist findet.

Guter Tausch

20 Jahre musste Stormarner Biomüll nach Tangstedt-Wulksfelde gefahren werden. Die Anlage war damals, als es kaum Erfahrung mit der Behandlung und Verwertung von Bioabfall gab, so etwas wie ein Pilotprojekt. Entsprechend teuer war die Anlieferung. Zum Jahresende laufen die Verträge aus. Stormarn kann die 4500 Tonnen in Trittau vergären und spart damit rund eine halbe Millionen Euro im Jahr, was die Gebühren für die braune Tonne weiter sinken lässt. In der Praxis wird aber weiter Stormarner Biomüll in Wulksfelde verarbeitet, zum Beispiel aus Tangstedt, auf dessen Gemeindegebiet die mittlerweile modernisierte Anlage steht. Die AWSH und die Hamburger Stadtreinigung tauschen einfach die Mengen, weil Tangstedt für mehrere Stormarner Kommunen näher ist und Trittau für das südliche Hamburg. Das spart für alle Zeit und Geld und CO2.

Zum Gelde drängt

Muss man Danke sagen für Geld, das Kiel vom Bund erhält mit der Maßgabe, es an die Kreise udn Gemeinden weiterzugeben? Eigentlich nicht, vor allem nicht, wenn das Land davon erstmal zehn Prozent für sich abzieht (auch wenn das weniger sind als die 30 Prozent, die Kiel zunächst behalten wollte). Im Stormarner Kreistag erwähnten SPD und Grüne es trotzdem positiv, während CDU und FDP keinen Dankesgrund sahen, vor allem nicht angesichts von zehn Millionen jährlich die Kiel dem Kreis Stormarn mit dem FAG abnimmt.

Allerdings ist die Bundesrepublik föderal, und der Bund darf – höchstrichterlich bestätigt – das Geld nicht am Land vorbei an Kommunen geben. Und es darf die Länder nicht zwingen, Geld für Kommunen wirklich an die Städte und Gemeinden weiter zu reichen. Also wecken die Millionen Begehrlichkeiten, je mehr, umso größer die Summen aus Berlin sind. Die Milliarden, mit denen der Bund die Kommunen ab 2017 entlasten wollte, haben die Länder in ihrem Kompromiss zum Finanzausgleich schon mal für sich eingeplant. Ist eben immer einfacher, anderer Leute Geld auszugeben. Fragt sich nur, ob der Geldgeber das Spiel noch mitmacht, wenn er vorher schon weiß, dass es nicht dort ankommt, wo es hin sollte.

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erstellt am 19.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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