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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:32 Uhr

Wie gewonnen, so zerronnen

vom

SPD geht über Los, hat aber dennoch nichts davon / Weder Harmuth noch Schütt in der Stadtvertretung

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bargteheide | So kanns gehen: Die Bargteheider SPD hat das Losverfahren für sich entscheiden können und trotzdem nichts davon. Wie gewonnen, so zerronnen.

Zum Novum kam es bei der Kommunalwahl am Sonntag im Wahlkreis 7 (ASS I): Die beiden Direktkandidaten San dra Harmuth (CDU) und Andreas Müller (SPD) erzielten jeweils 146 Stimmen - klare Pattsituation. Der Gemeindewahlaussschuss war gefordert und nach Gesprächen mit der Kommunalaufsicht schlauer: Ein Losentscheid musste her. Diesen Part übernahm Bürgermeister Henning Görtz in seiner Funktion als Gemeindewahlleiter bei der Ausschusssitzung am Mittwochabend im vollbesetzten Ratssaal selbst. "Ich glaube nicht, dass eine Sitzung des Gemeindewahl ausschusses jemals schon so viel Aufmerksamkeit erregt hat", sagte Görtz schmunzelnd in die Runde.

Bislang hat es diese kuriose Konstellation ja auch noch nicht gegeben. Und gut 30 Zuhörer wollten sich die Zitterpartie nicht entgehen lassen. Im Saal war die Spannung förmlich zu spüren. Erst wurden alle Regularien vom Ausschuss ordnungsgemäß abgehandelt, dann ging es ans Eingemachte.

Der stellvertretende Gemeindewahlleiter, Dietmar Fleischmann, bereitete Umschläge und Wahlurne vor. Dann wurde einer der beiden Wahlbriefe gezogen. Das Losglück fiel auf Andreas Müller von der SPD und entpuppte sich gleichzeitig als Lospech. Hätte nämlich die CDU gewonnen, wäre sie auf 14 Direktmandate gekommen. Das hätte im Umkehrschluss der SPD ein weiteres Ausgleichsmandat beschert und Sebastian Schütt (Listenplatz 8) wäre noch in die Stadtvertretung mit reingerutscht. Auch in den Ausschüssen wäre die SPD dann besser vertreten gewesen. Da aber die Sozialdemokraten gewannen, gibt es kein Extra- Mandat und Andreas Müller zieht direkt ein. Er wäre über die Liste (Platz 5) ehedem ins Stadtparlament gekommen.

Kurze Erklärung zum Modus: Der CDU stehen elf Sitze in der Stadtvertretung zu. Da sie aber 13 Direktmandate auf sich vereinigen konnte, hat sie schon zwei mehr, als sie nach den Gesamtstimmen haben dürfte. Daran ändert sich zwar nichts. Die behält sie. Andererseits gehen an die anderen Parteien so genannte Ausgleichsmandate, damit auch sie prozentual vertreten sind.

Somit hat die CDU, obwohl verloren, gewonnen und das richtige Los gezogen - auch wenn Sandra Harmuth die Stadtvertretung verwehrt bleibt. Die 24-Jährige nahms gelassen: "Ich versuche es beim nächsten Mal halt noch einmal. Wir haben ja nicht wirklich verloren. Es ist gut so, wie die Ergebnisse gelaufen sind", betonte die Tochter von Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth und Kreistagspolitiker Hans-Werner Harmuth nach dem Losentscheid. Dem kann sich die SPD wohl nicht anschließen. Zumal sie bei der Wahl Verluste von satten 8 Prozent zu verzeichnen hatte und nur noch 23,4 Prozent aufweisen kann. Zwar haben auch CDU (41,5 zu 45,4 % 2008) und WfB (13,8 zu 17,5 %) Federn lassen müssen. Aber die hielten sich in Grenzen. Die FDP pendelte sich bei 6,0 Prozent (5,7 %) ein. Das Wahlrennen konnten die Grünen klar für sich entscheiden. Sie schafften den Sprung von Null auf 3 - und sind mit 15,3 Prozent der abgegebenen Stimmen drittstärkste Kraft im Stadtparlament.

Insgesamt waren 6786 gültige Stimmen abgegeben worden. Fünf Wahlzettel waren ungültig: 2 durchgestrichen, bei 2 war alles angekreuzt worden, 1 war komplett leer. Wahlbeteiligung: 53,3 Prozent.

Die konstituierende Sitzung findet am Donnerstag, 20. Juni, statt. Wo? Das steht aufgrund der acht zusätzlichen Plätze noch nicht fest.

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