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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 12:49 Uhr

Bad Oldesloe : Wie gemalt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fotos, die wie Gemälde alter Meister aussehen – Maren Praml eröffnet damit und mit weiteren Portraits am 8. März eine Ausstellung im Bella-Donna-Haus.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Langsam bekommt Maren Praml jetzt doch ein bisschen Lampenfieber, schließlich ist es eine Premiere. Am Mittwoch, 8. März, eröffnet die Oldesloerin im Bella-Donna-Haus ihre erste Solo-Fotoausstellung – fast ausschließlich mit Porträt-Aufnahmen von Frauen. „Meine Vernissage ist eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag“, sagt Maren Praml, die ihre Ausstellung „Die Frau mit dem Perlenohrring oder Feminismus ist schön“ betitelt hat.

Maren Praml fotografiert schon seit Jahrzehnten gerne und viel, besonders auf Urlaubsreisen. Irgendwann wollte die Mutter zweier Kinder aber bessere Urlaubsfotos haben, und als dann auch noch die alte analoge Kamera kaputt ging, beschloss sie, einen Fotokursus zu machen.

Vor ein paar Jahren belegte sie schließlich einen Foto-Crashkursus bei Martina Franke an der Oldesloer VHS, dem weitere folgten. Das war die Initialzündung für Größeres und künstlerisch Wertvolles. „Ich wusste, dass ich meine kleine Knipse ausrangieren und für etwas sehr viel Besseres sparen musste“, erzählt Maren Praml, die inzwischen stolze Besitzerin einer Olympus OMD-Systemkamera samt dreier Wechselobjektive ist.

„Das war mir wichtig. Ich wollte eine wirklich gute Kamera, weil ich meine Fotos so wenig wie möglich nachträglich bearbeiten möchte“, sagt Maren Praml, die sich zu Hause inzwischen ein kleines Fotostudio mit Scheinwerfern und Leinwand eingerichtet hat. Für eine Systemkamera entschied sich die leidenschaftliche Hobbyfotografin, weil sie recht leicht und handlich ist und ein großes Display hat. „Das Handling ist mir wichtig, die Kamera passt gut zu meinen Händen“, betont sie.

Sie erlernte die technischen Grundlagen, probierte verschiedene Objektive aus und siehe da – es gelangen ihr nicht nur viel schönere Urlaubsfotos. „Ich probiere mich gerne an neuen Themen. Am wichtigsten ist, dass der Blick geschult wird. Mein Blick hat sich sehr verändert. Ich gehe inzwischen viel aufmerksamer an Sachen vorbei, beachte mehr die Details“, erzählt die von Natur aus neugierige Hobbyfotografin. Man brauche Muße fürs Innehalten, müsse auch mal um die Ecke gucken, sagt Maren Praml, die ihre Kamera aber auch öfters ganz bewusst zu Hause lässt.

Als der Vorschlag vom Bella-Donna-Haus kam, dort eine Fotoausstellung zu machen, überlegte Maren Praml, welche Motive sie ausstellen könnte. Da ihre zweite große Leidenschaft der orientalische Bauchtanz ist und ihr Alter Ego die Bauchtänzerin Morgaine, fasste Maren Praml den Entschluss, die Frauen ihrer Lübecker Bauchtanzgruppe zu porträtieren und zwar nach dem Vorbild alter Meister. Die sieben Frauen suchten sich jeweils ein klassisches Frauengemälde aus, mit dem sie sich identifizieren konnten.

Ingelore entschied sich für die Mona Lisa, Dagmars Wahl fiel auf das bekannte „Mädchen mit dem Perlenohrring“ von an Vermeer. „Natürlich mussten die Gemälde realistisch und fotografisch umsetzbar sein. Ich habe den Fokus auf die Augen gerichtet. Es war mir sehr wichtig, dass man zwar einen Bezug zum Original sieht, aber die Frau auch die Frau bleibt, die sie ist. Es sind meist ältere und gelebte Gesichter“, erzählt Maren Praml.

Lampen und Stative wurden in den Bauchtanzraum geschafft, Schminksachen, Stoffe, sogar Pelzmäntel und Requisiten bereit gelegt. „Bei der Foto-Session entwickelte sich eine tolle Gruppendynamik“, erzählt die Fotografin, die ihrerseits mit dem Selbstbildnis der deutschen Malerin Anita Rée liebäugelt.

Die jeweils sieben besten Fotos ließ Maren Praml auf Leinwand im Format 50x75 Zentimeter abziehen. Dadurch weisen die Bilder kleine Unschärfen auf und wirken wie gemalt. Dieser „Gemälde-Reihe“ wird die Künstlerin im Saal des Bella- Donna-Hauses eine zweite Porträt-Serie gegenüber stellen, 13 etwas kleinere Porträts junger Menschen der „Les Eés“-Gruppe. Diese jungen Frauen und Männer, die sich regelmäßig im Oldesloer Inihaus treffen, treten gegen jede Form der Diskriminierung an, sei es Sexismus, Rassismus oder Homophobie. Es sind junge und weiche Gesichter ohne Konturen, aber alle sind einzigartig.

„Bei den jungen Leuten war die Annäherung nicht so einfach. Ich habe versucht auf das Wesentliche zu achten, was die Person ausmacht. Es war ein spannender Prozess und toll, wie sie die Idee aufgegriffen und dann mitgemacht haben“, sagt Maren Praml, die Frauenthemen schon immer interessant fand.

Die Oldesloerin wird am 8. März um 18 Uhr im Forum des Bella-Donna-Hauses nicht nur die Ausstellung eröffnen – am Tag ihres 50. Geburtstag.

>Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai jeweils montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


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