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Bargteheide : Westring wächst – wenn auch langsam

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vom fast fertiggestellten zweiten Bauabschnitt und der Frage, warum Straßenbauprojekte mitunter so lange dauern.

Nicht nur die Mühlen der Justiz mahlen mitunter langsam. Auch und gerade Bauprojekte können sich in die Länge ziehen – siehe die innerörtliche Umgehungsstraße in Bargteheide. Der Westring hätte schon komplett fertiggestellt sein können. Davon ist die Stadt weit entfernt. Sie kann nun aber immerhin den kurz vor der Vollendung stehenden zweiten Bauabschnitt präsentieren. Das 1260 Meter lange Teilstück (Extratext unten) soll nach einem Jahr Bauzeit Ende des Monats offiziell freigegeben werden.

„Ich bin für jedes Projekt froh, das wir für Bargteheide umsetzen und fertigstellen können“, betont Jürgen Engfer. Insbesondere in diesem Fall: Seit 1998 ist er Leiter des Bauamts und die Umgehungsstraße eines seiner ersten Projekte gewesen. „Ich freue mich, dass der 2. Bauabschnitt nach so viel Jahren abgeschlossen ist.“

Warum gingen so viele Jahre ins Land? Warum dauert das so lange – schließlich hätte der Westring in diesem Jahr vollendet sein können? Mehrere Faktoren spielten eine Rolle, antwortet Engfer. Witterungsverhältnisse zum Beispiel oder die Planfeststellung. Für das Verfahren benötige die Fachbehörde zwischen zwölf und 18 Monate. Zuweilen gerieten Projekte auch ins Hintertreffen, weil das Land klamm oder die Kapazität nicht vorhanden sei und weil eine vorliegende Prioritätenliste abgearbeitet werde. Zudem habe die Planfeststellung bei Autobahnmaßnahmen stets Vorrang. Ebenso könnten sich Verhandlungen zum Grunderwerb hinziehen, sagt der Bauamtschef: Diese Verzögerungen „sind beim Straßenbau normal“.

Gut Ding braucht Weile! Und gut Ding ist der fertige 2. BA auf jeden Fall. Der „bringt weitere Entlastung und ein Mehr an Lebensqualität für die Innenstadt“, sagt Engfer. Das verdeutlichen Zahlen: Täglich passieren ca. 16 000 Fahrzeuge die Rathausstraße und um die 20 000 die B 75. Jedes weitere Stück des Westrings sorge für reduzierten Verkehr in der City, so Engfer. Nach der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme, etwa 2018, geht der Verwaltungsfachmann von 10 000 Fahrzeugen weniger aus! Frohe Kunde nicht nur für genervte Anwohner.

Bis dahin ist es noch hin. Aber einen Beitrag dazu wird der zweite Bauabschnitt leisten und helfen, verkehrliche Verspannungen zu lösen. Die Trasse fließt um Pferdeklinik und Friedhof herum sowie über den einstigen Recyclinghof am Hollerbusch (heute Gewerbegebiet). Der alte Bauhof am Glindfelder Weg musste auch Platz für den Westring machen. Er ist wenige Meter versetzt für 2,27 Millionen Euro neu erbaut und vorgestern eingeweiht worden. Wieder ein fertiges Projekt, über das sich der Bauamtschef freuen kann.

 

Fakten & Zahlen zur Umgehungsstraße

Mit dem  1. Bauabschnitt (BA) für die innerörtliche Umgehungsstraße wurde Anfang April 2011 begonnen. Die Verkehrsfreigabe erfolgte aufgrund  milder Witterung nur acht Monate später am  22. Dezember 2011. Die 800 Meter lange Trasse der  Verlängerung der Landesstraße 89 am südlichen Stadtrand führt von der Hamburger Straße (Bundesstraße 75) zur Alten Landstraße  (L225) und mündet in den umstrittenen „Bargteheider Buckel“. Die Kosten  in Höhe von 2,7 Millionen Euro übernahm  komplett das Land.

 

Der 2. Bauabschnitt wurde Anfang September 2013  in Angriff genommen. Ende September 2014 steht die Fertigstellung an. Die Fahrbahn zieht sich auf 1260 Meter von der Alten Landstraße (L225) bis zur Jersbeker Straße (Kreisstraße 56) und kostet 3,2 Millionen Euro. Die Fördersumme vom Land beträgt  2,6 Mio. Euro.

 

Der 3. Bauabschnitt  des Westrings wird weitere  4 Millionen Euro kosten und sich vom Kreisverkehr Jersbeker Straße und einem weiteren Kreisel beim Ortsausgang nach Elmenhorst  nahe der Straßenmeisterei entlang schlängeln  (Abschnitt zwischen K56/Kruthorst und B75/Nord). Die  Länge beträgt 1470 Meter. Hier hofft die Stadt ebenfalls auf einen Zuschuss (60 Prozent). Den Lückenschluss  bildet  ein Abzweiger  zum Fischbeker Weg/B75 Nord zur K57. Dafür sind samt Grundstückserwerb 770000 Euro veranschlagt.  Länge: 258 Meter.  Baubeginn des 3. BA: frühestens 2017. Fertigstellung: ca. Mitte 2018.

Gesamtlänge:  3,78 km.

Gesamtkosten:   gut 10,6 Millionen Euro.

 

 

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erstellt am 04.Sep.2014 | 10:58 Uhr

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