zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 16:15 Uhr

Stapelfeld : Wer verbrennt Stormarns Müll ?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) entscheidet im März über das Ausschreibungsergebnis. Die Müllverbrennungsanlage Stapelfeld ist mit im Rennen.

„Es gibt ausreichend Bewerbungen. Der Markt funktioniert.“ Viel mehr will Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) nicht dazu sagen, wo der Müll aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg ab 2017 verbrannt wird. Die Verträge der AWSH mit der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Stapelfeld sind zum Jahresende 2016 gekündigt.

Die Stormarner MVA, die mittlerweile zu 51 Prozent dem Finanzinvestor EQT und nur noch zu 49 der Eon-Tochter EEW (Energy from Waste GmbH) gehört, möchte allerdings im Geschäft bleiben und hat sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligt, deren Frist ist im Februar abgelaufen ist. Zurzeit werden die Unterlagen ausgewertet, in der zweiten März-Hälfte, so Kissel, werde das Ergebnis dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Im vergangenen Jahr hatte die Politik die Vergabemodalitäten gebilligt, die neben den Kosten auch ökologische Kriterien berücksichtigen. Um bei der öffentlichen Ausschreibung nach der Vergabeordnung auf der sicheren Seite zu sein, wurde das Punktesystem auch juristisch geprüft. Hauptkriterium ist zu 80 Prozent immer noch der Preis, der Rest bewertet vor allem den CO²-Ausstoß.

„Wir haben uns bemüht, die Kriterien objektivierbar zu halten“, sagt Kissel. Maximal 100 Punke sind zu erreichen. Der Gewinner hat einen Rechtsanspruch darauf, den Auftrag auch zu erhalten. Deshalb wird die Entscheidung allen Bewerbern mitgeteilt, die dann zwei Wochen Zeit für einen möglichen Einspruch haben.

Die Anlage in Stapelfeld hat den Vorteil kurzer Wege, allerdings hat auch Hamburg noch Kapazitäten in seinen Verbrennungsanlagen. Die Müllmengen von früher sind ohnehin nicht mehr vorhanden. Die MVA Stapelfeld hat eine Kapazität von 350 000 Tonnen, die AWSH liefert laut Vertrag bis zu 125 000 Tonnen an. Nach 2016 wollen es maximal 90 000 Tonnen sein, eher weniger.

Dieses Zeil verfolgte auch die Umstellung des Tarifsystems, mit der Restmüll teurer und Bioabfall billiger wurde. Mehr als 25 000 Behälter wurden seit Dezember getauscht, fast immer wurde kleinere Restmüll- und größere Biotonnen gewählt. „Wir haben eine deutliche Erhöhung beim Bioabfall-Volumen, mehr als gedacht“, so Kissel. Bei Restmüll fiel der Rückgang mit 1,5 Prozent bis Anfang Februar allerdings geringer als aus angenommen. Bis Ende März können die Behälter noch kostenlos getauscht werden. „Eines ist heute schon sicher: Wir werden bei unserer Prognose garantiert falsch gelegen haben“, sagt Kissel, „zu den normalen Schwankungen kamen diese mal noch unkalkulierbare dazu.“

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 28.Feb.2014 | 05:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen