Wer kandidiert? Parteien auf der Suche

Freie Flächen ?
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Bürgermeister Tassilo von Bary will wiedergewählt werden, Hagen von Massenbach von der SPD macht ihm den Posten streitig. Die anderen Fraktionen halten sich noch bedeckt, was die Kandidatenkür für die Wahl im Juni angeht.

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29. Oktober 2009, 10:35 Uhr

Bad Oldesloe | Die Amtszeit von Bürgermeister Tassilo von Bary endet im kommenden Jahr. Am 13. Juni wird deshalb ein Bürgermeister gewählt - "gesucht wird eine kreative, verantwortungsfreudige, zielstrebige und dynamische Persönlichkeit mit Entschlusskraft", so der jetzt im Hauptausschuss beschlossene Text für die Stellenausschreibung. Leitungserfahrung aus einer Verwaltung wären vorteilhaft, der zukünftige Stadt-Chef soll vertrauensvoll mit den Bürgern, der Wirtschaft, Vereinen und Verbänden zusammenarbeiten. Papier ist geduldig, Wünsche dürfen gerne geäußert werden, die Kandidaten werden bis zur Entscheidung sicher noch viel zu ihren Qualifikationen erzählen. Ab 1. Oktober 2010 sitzt derjenige auf dem Amtssessel, der 50 Prozent der Stimmen bekommen hat - egal warum.

Nach dem Wunsch der Verwaltung sollte die Stellenausschreibung nur regional erscheinen. Das hat Politik aber mehrheitlich anders gesehen. Maria Herrmann von der SPD war die erste: "Uns könnte es egal sein, wir haben einen guten Kandidaten, aber salopp formuliert wollen wir doch nicht nur die Kandidaten aus dem Nachbardorf." Das sah Karl-Reinhold Wurch von der FDP genau so: "Auch wenn es kostet, das sollte uns ein guter Bürgermeister wert sein. Vielleicht finden wir damit ja einen besseren Kandidaten." Willi Janson von den Grünen hält das für Geldverschwendung: "Das können die Parteien selber machen in ihren Parteiblättern." CDU-Frau Angela Fehrmann kam dann mit dem letztlich befürworteten Kompromissvorschlag: Landesweit inserieren, aber nicht den kompletten Text. Die genauen Bedingungen könnten sich Interessenten aus dem Internet holen.

Amtsinhaber Tassilo von Bary hat sich bereits klar Positioniert. Er will es noch mal wissen und tritt wieder an. Als erster Gegenkandidat steht SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach fest. Er ist von seiner Fraktion nominiert worden.

CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller, dem Ambitionen nachgesagt wurden, lehnt entschieden ab: "Unsere Kommission kann noch so viel suchen, aber ich kandidieren nicht. Ich kann mich nicht für sechs Jahre abmelden." Ein dreiköpfiges Team des Parteivorstands sei mit der Kandidatenfindung betraut worden und werde sich damit auch Zeit bis Anfang nächsten Jahres lassen. Möller: "Uns treibt doch nichts - bloß weil die SPD schon ein Jahr vorher einen Kandidaten ins Rennen schickt, der sich tot läuft."

Zu den Ansprüchen seiner Partei an den Kandidaten wollte sich Horst Möller nicht äußern. "Es muss ein guter Mann oder eine gute Frau sein. Wir müssen einen Kandidaten haben, der hier schon bekannt ist, sonst hat er keine Chance", erklärt er. Dass es in Ahrensburg grade genau anders gelaufen ist, lässt er nicht gelten: "Da hat die Fraktion ja auch alles getan, um ihren eigenen Kandidaten zu verbrennen."

Auch die Liberalen sind auf der Suche, wollen sich aber ebenfalls nicht in die Karten gucken lassen. "Wir stehen mit zwei Kandidaten in konkreten Gesprächen", verrät Karl-Reinhold Wurch. Vermutlich beim Neujahrsempfang seiner Partei im Januar werde das Geheimnis gelüftet. Mit der FDP werden immer wieder diverse Namen ins Spiel gebracht. Allen voran der Fraktions-Chef selber. Wurch: "Wenn ich nicht schon über 60 wäre, wäre das ein Gedanke. Ich habe in meiner kommunalpolitischen Zeit so viel erlebt, dass ich den Ehrgeiz hätte, zu beweisen, dass es besser geht." Das Haus sei bezahlt, die Kinder versorgt, da könne er sich das als Hobby leisten. Gerhard Horn? Wurch winkt ab: "Der ist ja nun in Reinfeld Bürgermeister." Wolfgang Leinius? "Der wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert wenn er das machen würde", stellt Wurch leicht amüsiert klar. Auch der Name des Umweltausschussvorsitzenden Michael Klahn fällt gelegentlich. Doch bei ihm winkt Wurch ebenfalls ab: "Der würde sich doch finanziell verschlechtern."

Verwaltungserfahrung, Durchsetzungsvermögen, Kreativität und Erfahrung mit Vereinen, Verbänden und Investoren sind der FDP wichtig. Lokale Prominenz hingegen nicht. "Jemand aus dem näheren Umfeld ist vielleicht eher hinderlich. Der wird mit einer Partei und dem lokalen Klüngel in Verbindung gebracht", befürchtet Wurch.

Die Grünen halten eine Positionierung für verfrüht: "Wir werden uns sicher nicht in diesem Jahr festlegen", erklärt Sprecher Hartmut Jokisch: "Wir haben unsere diversen Diskussionen noch nicht abgeschlossen."

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