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Bad Oldesloe : Wenn Zugvögel lieber bleiben wollen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Musikprojekt zur Migration: Mehr als 50 Schüler der Bad Oldesloer Stadtschule führen ein integratives Musical auf. Am Freitag wird es aufgeführt.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 09:44 Uhr

Singen, Tanzen und Trommeln stehen heute auf dem Stundenplan der mehr als 50 Stadtschulkinder, die auf und vor der Bühne in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule für ihren großen Auftritt proben. Die Dritt- und Viertklässler musizieren mit verschiedenen kleinen Percussion-Instrumenten, wie Klanghölzern, Handtrommeln, Shakern, Triangeln und Cabassas, dazu wird gesungen und eine Choreographie eingeübt. Seit Mai des vergangenen Jahres proben die Jungen und Mädchen für ein ganz besonderes Projekt namens „Zugvögel“. Das gleichnamige Kinderbuch von Michael Roher ist Grundlage des Theaterstücks.

In der Geschichte geht es um exotische Vögel, die im Frühjahr angekommen sind und im Herbst weiterziehen müssen, denn sie sind ja schließlich Zugvögel. Doch sie wollen lieber hier bleiben, den Winter sehen und in die Schule gehen. Aber wo sollen sie hin und wovon sollen sie leben? In dem integrativen Musikprojekt geht es wie im Buch um das Wandern und Sesshaftwerden einer Familie unter erschwerten Bedingungen, um Toleranz und Hilfsbereitschaft, um das brisante Thema Migration.

Fast alle teilnehmenden Kinder kommen aus Elternhäusern mit Migrationshintergrund und viele kennen die Problematik, die sie hier spielen, aus eigener Erfahrung. „Das Thema passt in die heutige Zeit. Auswanderer versuchen einen Ort zu finden, wo sie bleiben können“, sagt Alireza Zare, Leiter der Oldesloer Musikschule für Stadt und Land, die das Projekt in Kooperation mit der Ballettschule und der Stadtschule initiiert hat. Ziel des Projekts sei es, die große und recht heterogene Gruppe von Kindern über Musik und Tanz zusammenzuführen – trotz kultureller und sozialer Unterschiede. „Die Kinder können gemeinsam etwas Kulturelles auf die Beine stellen, das verbindet und schweißt sie zusammen“, betont Alireza Zare.

Anfangs sei das allerdings ziemlich schwierig gewesen. „Es gab Höhen und Tiefen bei der Umsetzung“, sagt Lena Lang. Die Dozentin der Musikschule leitet gemeinsam mit ihrer Kollegin Franziska Knebel das Projekt. In die anfangs wilde und unruhige Kinderschar sind nach acht Monaten anstrengender Probenarbeit aber Disziplin und viel Spielfreude eingekehrt. Eine Gruppe ist für die Musik zuständig, die andere für den Tanz. Fähigkeiten, wie Musikalität, körperliche Beweglichkeit und ein individuelles Ausdrucksvermögen wurden langsam ausgebaut. Ideen der Kinder wurden aufgegriffen und umgesetzt, was auch das Selbstbewusstsein der Schüler stärkte.

Jetzt freuen sich alle auf die öffentliche Aufführung am Freitag, 5. Februar, ab 17.30 Uhr in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule. Eintritt frei.




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