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Nachgefragt : „Wenn nicht jetzt, steigen wir 2016 auf – das ist Fakt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Interview spricht Florian Gossow, neuer Trainer von Fußball-Kreisligist WSV Tangstedt, über den „Rückschritt“ in die Kreisliga, sein Debüt und den Aufstieg in die Verbandsliga.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Seit Dienstag ist Florian Gossow neuer Trainer von Fußball-Kreisligist WSV Tangstedt. Der 41-Jährige, der zuletzt in der Hamburger Oberliga Germania Schnelsen und den FC Elmshorn coachte, trat kurzfristig die Nachfolge des am Montag zurückgetretenen Frank Spitzer an (wir berichteten). Wir sprachen mit dem neuen Mann auf der Kommandobrücke des WSV.

Florian Gossow, Sie waren zuletzt in der viel beachteten und lukrativen Hamburger Oberliga beschäftigt. Was reizt Sie an der Aufgabe im eher dörflichen Tangstedt?

Die Situation ist besonders, aber nicht ungewöhnlich, denn ich komme nicht extra aus Hamburg angereist, sondern wohne in Tangstedt. Ich habe zwei kleine Kinder, die beim WSV kicken und habe selbst einige Spiele der Ligamannschaft gesehen. Außerdem kenne ich den Vorsitzenden Oliver Blaha aus Kindertagen. Als er mich gefragt hat, ob ich helfen könnte, habe ich zugesagt, weil ich ohnehin gerade nicht aktiv war, Zeit habe und mit dem Fahrrad zum Training fahren kann.

Dennoch: Von der fünften in die siebte Liga zu wechseln, könnte man als Rückschritt bezeichnen, oder?

Das könnte man, aber wie gesagt: Die Situation ist besonders. Ich bin als ortsansässige Aushilfe geholt worden, habe einen persönlichen Bezug und werde die Mannschaft erst einmal interimsweise bis zum Sommer betreuen. Danach wird sich zeigen, was passiert. Auf jeden Fall bin ich mir nicht zu schade, einen Kreisligisten zu trainieren – obwohl das auch für mich Neuland ist.

Beim WSV ist die Fluktuation auf dem Trainerstuhl groß. Was macht Sie optimistisch, länger zu bleiben?

Die große Fluktuation lag auch an Entscheidungen von Funktionsträgern, die mittlerweile nicht mehr im Verein sind und unter deren Leitung ich diese Aufgabe auch nicht übernommen hätte. Der aktuelle Wechsel hat sicherlich persönliche Gründe und ist deshalb anders zu bewerten, ich mache mir diesbezüglich also keine Gedanken.

Sie galten als ein Kandidat für die Amtsübernahme im Sommer, ist es ein Vor- oder ein Nachteil, nun bereits früher einzusteigen?

Ich sehe das eher als Vorteil. Jetzt habe ich Zeit, mir alles anzuschauen und vielleicht schon Dinge im Hinblick auf die neue Saison vorzubereiten. Schwierig ist der Zeitpunkt, weil wir im Aufstiegskampf am Wochenende ein schweres Spiel haben, auf das sich alle konzentrieren sollten.

Sie sprechen es an: Am Sonntag kommt der Tabellenzweite Bargfelder SV zum Spitzenspiel. Um die Chance auf den Verbandsliga-Aufstieg zu wahren, muss ihr Team gewinnen. Sie kennen die Spieler erst ein paar Tage, was werden Sie ihnen mit auf den Weg geben?

In taktischer Hinsicht nicht viel, denn die Mannschaft ist ja erfolgreich und wenn die Abläufe passen, muss ich nicht großartig etwas verändern. Ich bin aber in der Lage, eine Mannschaft auf den Punkt hin heiß zu machen. Spieler emotional zu kitzeln, ist ein wichtiges Element. Diesen Joker im vielleicht wichtigsten Spiel zu ziehen, könnte der Mannschaft einen entscheidenden Schub verleihen. Viel mehr Sorgen mache ich mir um die Regeneration, denn am Dienstag müssen wir schon wieder ran, spielen gegen Bargteheide. Das ist sicherlich keine ideale Konstellation.

Machen Sie denn Ihr Bleiben davon abhängig, ob es noch in dieser Saison mit dem Aufstieg klappt?

Nein, da geht es mir um andere Dinge wie die Perspektive und die Rahmenbedingungen. Wenn wir dieses Jahr nicht aufsteigen und ich über das Saisonende hinaus weitermache, werden wir eben in der kommenden Spielzeit hochgehen – das ist Fakt. Denn dann werden wir genügend Spieler aus Hamburg holen, mit denen wir schnell aus dieser Liga rauskommen.

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