zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : Wenn man nichts zu entscheiden hat

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Bad Oldesloe diskutieren die Politiker über einen Zaun für den Exer. Erst soll es einen geben, dann nicht, dann soll er wieder gebaut werden, dann wieder nicht. Das ist aber nichts gegen die verhärteten Fronten zwischen Politik und Bürgern in Bargteheide. Es geht um Windräder.

Hin und weg

Ja, haben die denn nichts anderes zu diskutieren und entscheiden? Zaun um den Exer, Zaun wieder weg, nein, doch nicht ... Es vergeht kaum eine Sitzung, bei der die Oldesloer Kommunalpolitiker nicht über den neuen Kunstrasenplatz auf dem Exer diskutieren. Aktueller Sachstand: Es wird kein Zaun gebaut. Und das kam so. Die CDU-Fraktion war bei der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten etwas schwachbrüstig erschienen. FDP-Mann Hinrich Stange fehlte ebenfalls, und da sich Wolfgang Schmidt von der FBO enthielt, war die Mehrheit futsch. Ziemlich deutlich sogar. Da half es auch nichts, dass Bürgerworthalter Rainer Fehrmann ( CDU) listig erst noch umständlich neue Unterlagen verteilen ließ, um mit einer Sitzungsunterbrechung Zeit zu schinden – weil noch der eine oder ander Christdemokrat ja noch kommen könnte. Hauke Heesch (CDU) erschien aber erst nach der Abstimmung – knapp zwar, aber eindeutig zu spät. SPD und Grüne waren komplett an Deck, Hendrik Holtz (Linke) entschied sich dann auch noch, gegen den Zaun zu stimmen – also wurden die 40 000 Euro wieder aus dem Nachtragshaushalt gestrichen. Thema durch. Ob das jetzt wirklich die letzte Abstimmung in dieser Sache war? Vielleicht entdeckt ja doch noch jemand ein Hintertürchen, durch das er den Exer-Zaun ein weiteres mal auf die Tagesordnung irgendeiner Sitzung hieven kann. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth sieht da jedenfalls noch was kommen.

 

Schlecht gebrüllt

Diesmal gab es nur „Ansätze von Anbrüllen“. Das ist doch schon ein Fortschritt in der aufgeheizten Bargteheider Windrad-Debatte. Wenn sich der christdemokratische Stadtrat und die sozialdemokratische stellvertretende Bürgervorsteherin gemeinsam in einer ellenlangen Erklärung an die Öffentlichkeit wenden, die Hintergründe erläutern, um Fairness bitten und vor allem die „persönlichen Angriffe“ zu unterlassen, wird deutlich, wie verfahren die Situation ist. Da ist es schon ein Erfolg, wenn im Bauausschuss nur ansatzweise gebrüllt wird. An der rechtlichen Lage und den Positionen ändert das nichts. Es ist eine Windeignungsfläche, energiepolitisch ist das gewollt, und die Grundbesitzer wollen Windräder bauen: Weil sich damit Geld verdienen lässt, was politisch ja auch gewollt ist. Nur viele Bargteheide wollen das nicht. Ökostrom schon, aber nicht von so hohen Anlagen, die so dicht stehen. Nur wie wird argumentiert? Da könnte ein Phosphor-Rehen auf Bargteheide niedergehen, wenn die Kunststoff-Fügel Feuer fangen! Und wenn dann die Tierklinik mit abbrennt, wo es radioaktive Substanzen für die Diagnostik gibt!

Ja, wen hat das vorher interessiert, wie es um den Feuerschutz in der Tierklinik, bestellt ist? Oder beim Röntgenarzt oder Nuklearmediziner? Brennende Rotoren sieht man ja regelmäßig in den Nachrichten. Und 40 dB im Schlafzimmer durch die Windräder? Laut Tabelle sind 40 db die „Konzentrationsstörungsschwelle“, und 45 dB entsprechen einer „ruhigen Wohnung“.

Ob man die Landschaft im Namen der Energiewende , auf Kosten von Steuergeldern und höheren Strompreisen wirklich zuspargeln muss, ist eine Frage. Und ob solche hohen Windräder wirklich stadtnah gebaut werden müssen, scheint auch fraglich. Aber „hätte“, „würde“, „wenn“ sind alles andere als gute Argumente.

Spar-Wut

Wer hat, der hat: Ahrensburg will 22 000 Euro für ein „Gegengutachten“ ausgeben – warum das Rathaus doch nicht würdig ist des Denkmalschutzes. Einerseits völlig lächerlich, da eigentlich niemand die Aussagen des Landesamts inhaltlich angegriffen hat. Andererseits ein Muss: Mit dem Betonklotz im Zentrum ist die zukünftige städtebauliche Entwicklung der Schlossstadt jetzt schon verbaut. Ganz zu schweigen von der Sanierung des Rathauses, die schon ohne Denkmalschutz fünf Millionen kosten soll. Da lassen sich 22000 Euro schnell sparen.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 28.Sep.2013 | 18:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen