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Stormarner Wochenschau : Wenn man das alles gewusst hätte ...

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wie das „Wind-Turbine-Syndrom“ die Runde macht und ein Straßenname Geschichte schreibt.

Unhörbar

Hörbar ist Infraschall nicht, aber ist er deshalb auch unschädlich? In Bargteheide haben sich Ärzte auch aus der Umgebung zu Wort gemeldet, die Ärztevereinigungen zitieren, die vor möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen warnen. Windkraft-Befürworter wiegeln ab: Nichts sei erwiesen und da Infraschall nicht wahrgenommen werde, sei er auch nicht schädlich. Dass sich die Ärzte auch auf eine US-Psychologin berufen, die den Begriff „Wind-Turbine-Syndrom“ nach einer arg begrenzten Telefonumfrage geprägt hatte, zeigt eins: Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Das wäre noch nicht schlimm, aber es gibt auch fast keine Forschung. Obwohl die Problematik seit langem bekannt ist, hat das Umweltbundesamts gerade mal eine kleine Studie in Auftrag gegeben. Ergebnis: Forschung tut not. Wird das Problem nicht gesehen und fürchtet man das Ergebnis? Es könnte ja herauskommen, dass die negativen Wirkungen weitreichend sind. Diese Abstinenz ist bitter, besonders in einem Land, das den Ausbau der Windkraft forciert und das keine Probleme hatte, in den letzten Jahr weit mehr als 100 Professorinnen-Stellen für Genderforschung einzurichten, eine Pseudo-Wissenschaft, die „bisher nicht über die Behauptung hinaus gekommen ist, dass es zwar Menschen, aber keineswegs Männer und Frauen gäbe“, wie die Journalistin Bettina Röhl schrieb.

Unwissenschaftlich

So ist das eben mit den einfachen Wahrheiten. Kleinkinder brauchen Bildung und sollen Lernspiele am Computer spielen? Alles Quatsch, sagt die Ahrensburger Diplom-Psychologin und Physiotherapeutin Maya A. Kersten. Matschen, Spielen, Klettern, sich auch ohne erwachsene Aufsicht ausprobieren können, all das und nur das sind Voraussetzungen, um soziales Miteinander ebenso zu lernen wie Mathe und Englisch. Das klingt natürlich nicht so hochtrabend wie niederschwellig integrierende und reflektierende Angebote nachhaltig-kognitiver Bildung.

Ungeschichtlich

Der Straßenname Hindenburg soll aus Bad Oldesloe verschwinden, jedenfalls wenn es nach SPD und Grünen geht. Vielleicht hilft ein Blick nach Israel, wo Bad Oldesloe ja eine Partnerstadt hat, die die Grünen gerade damit überraschten, dass man auch eine palästinensische Partnerstadt haben möchte – als Beitrag zum Weltfrieden. Die Israelis, die ihre Unabhängigkeit gegen die Briten erkämpfen, behielten den englischen Feldmarschall Edmund Allenby als Namensgeber für eine Straße in Tel Aviv und King George V für eine in Jerusalem. Hier geht es um Paul von Hindenburg, der zwar kein pazifistischer Demokrat war, aber frei vom Volk gewählter Reichspräsident und selbst in den Augen der SPD zeitweise die letzte Bastion gegen Hitler. Dass es anders ausging ist tragisch. Dass man die Straße jetzt umbenennen will, ist mindestens geschichtslos.

Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich eine eigene Variante ausgedacht, die Spielraum für eigene Gedanken lässt.

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erstellt am 08.Feb.2015 | 13:45 Uhr

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