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Büttenwarder : Wenn Fiktion auf Realität trifft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Großgrundbesitzer der Serie „Büttenwarder“ trägt den Namen eines Stormarner Agrarunternehmers.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Als bei einem NDR-Redakteur an den Weihnachtstagen das Telefon klingelte und am Ende der Leitung ein etwas aufgebrachter Günther Griem zu hören war, wusste der Empfänger des Anrufes noch nicht so recht, wie ihm geschah. Denn schließlich ist Günther Griem ein fiktiver Charakter aus der Serie „Büttenwarder“ und fiktive Charaktere neigen nicht dazu, Weihnachtsgrüße am Telefon zu überbringen.

Doch genau da beginnt das Problem. Denn der Günther Griem am Fernsprecher war ein ganz realer Agrarunternehmer aus Stemwarde in Stormarn, der rein zufällig denselben Namen trägt wie die Serienfigur. In der Welt von „Büttenwarder“ war Griem lange Zeit nur als Person in Erzählungen – also im „Off“ – aufgetaucht, als Bürgermeister des konkurrierenden Nachbardorfes Klingsiehl. Das Problem für den realen Griem lag nun darin, dass sein Alter-Ego in der Serie Schwarzgeld versteckte. „Es gab vorher schon ein paar Sachen, wie ein Abschussgeld für einen Wolf und so weiter, was nicht ganz großartig, aber noch okay war. Aber beim Schwarzgeld sah ich nun doch die Gefahr, dass mein Name darunter leidet“, so der echte Griem. „Das ist natürlich ein Zufall, der so nicht beabsichtigt ist. Wir nehmen keine real existierenden Personen und machen eine Karikatur“, so NDR-Redakteurin Diana Schulte-Kellinghaus. Autor Norbert Ebererlein erklärt: „Der Nachname kommt bei mir immer zuerst. Eine Silbe, wie ein Peitschenhieb, wie ein Striemen. So kam ich auf Striem, aber der gefiel mir nicht, also wurde daraus Griem. Dazu ein Vorname, der zur Walter-, Werner-, Peter-Generation passt. Jürgen Griem klang mir noch zu wenig nach einer Marke. So kam ich auf GG und davon zu Günther Griem.“

Gespielt wird Griem – der mittlerweile nicht mehr nur aus dem „Off“ agiert – von Schauspieler Jürgen Uter. Er traf nun in seinem Original- Serien-Outfit auf sein reales Pendant.

„Die Rolle ist für mich ein echter Wunsch gewesen, nachdem mein Engagement am Schauspielhaus 2013 endete“, berichtet Uter. „Es ist sehr spannend zu sehen, in welche Richtung sich so ein Charakter in der Serie noch entwickelt. Das Team ist toll und ich freue mich bereits auf weitere Folgen.“ Er könne bereits verraten, dass Günther Griem in Folge 63 Bürgermeister in Büttenwarder wird. Damit ist auch der reale Griem zufrieden. Er hofft nun, dass die Autoren in Zukunft etwas mehr Rücksicht auf die Ähnlichkeit mit seinem Namen nehmen. „Das mit dem Schwarzgeld war dann leider echt nicht mehr so lustig.“ Uter lud ihn als Wiedergutmachung spontan zu einer Aufführung des Ohnsorg-Theaters ein. 

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