Wenn die Pumpe schlapp macht

Oberarzt Dr. Kurt Schwabe mit einem Modell des menschlichen Herzens.
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Oberarzt Dr. Kurt Schwabe mit einem Modell des menschlichen Herzens.

Das nächste Gesundheitsforum am 27. November beschäftigt sich mit der Herzinsuffizienz / Vier Experten stehen Rede und Antwort

shz.de von
23. November 2013, 00:33 Uhr

Was ist eigentlich eine Herzschwäche, in der medizinischen Fachsprache auch Herzinsuffizienz genannt? Die Leistungsfähigkeit des Herzens lässt nach, und das kann neben dem Alter noch viele andere Gründe haben. Diese Ursachen und deren Diagnose sowie die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten einer Herzinsuffizienz sind Thema beim nächsten Gesundheitsforum des Stormarner Tageblatts, der Asklepios Klinik, der Deutschen Herzstiftung und der Barmer GEK am kommenden Mittwoch, 27. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus.

„Eine Herzschwäche ist meist gut zu therapieren. Wichtig ist, die Ursache herauszufinden und möglichst schnell zu behandeln“, sagt Internist Dr. Kurt Schwabe, einer der vier Referenten beim Gesundheitsforum. Allein in Deutschland leiden zwei bis drei Millionen Menschen an Herzinsuffizienz, bis zu 50000 sterben alljährlich daran. Man sollte also Beschwerden wie Atemnot, Leistungsabfall oder geschwollene Beine nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Wenn das Treppensteigen plötzlich nicht mehr beschwerdefrei möglich ist, sollten die Alarmglocken schrillen“, sagt Dr. Agnes Wolny, Kardiologin an der Asklepios Klinik. Die Internistin wird sich den Ursachen und der Diagnostik der Herzschwäche widmen. „Zu den Ursachen zählen oftmals Stress, Rauchen, Medikamente, psychische Belastungen, mangelnde Bewegung und eine ungesunde Ernährungsweise", sagt Ralf Klesch, Bezirksgeschäftsführer der Barmer GEK.

Die chronische Herzschwäche führt dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Ursache ist oft eine koronare Herzkrankheit oder eine Herzklappenerkrankung. Was zunächst gar nicht so naheliegend erscheint: Meist ist ein hoher Blutdruck für eine Herzschwäche verantwortlich. „Wenn der Blutdruck medikamentös gesenkt wird, dann wird auch das Herz entlastet. Und genau das will der Arzt erreichen“, erklärt Dr. Kurt Schwabe. Allerdings brauche das Einstellen des Blutdrucks seine Zeit. Dies sei Aufgabe des Hausarztes, betont der Internist der Asklepios Klinik. „Es ist unabdingbar, dass die niedergelassenen Ärzte und die Klinik eng zusammenarbeiten“, betont Dr. Schwabe.

Bevor medikamentös behandelt werde, sollte allerdings zunächst einmal „konservativ“ therapiert werden, sagt Dr. Frank Kanniess. Der Hausarzt und Allergologe der Gemeinschaftspraxis Reinfeld wird über Möglichkeiten der Vorbeugung durch Behandlung der vielfältigen Risikofaktoren, wie Übergewicht, Alkokol, Zigaretten und Bewegungsmangel referieren. „Außerdem sind regelmäßige Blutdruckmessungen sehr wichtig. Der Blutdruck sollte möglichst nicht über 140/85 mmHg liegen, ansonsten ist das Risiko von Folgeerkrankungen sehr hoch“, so der Mediziner. Warum die Grenze ausgerechnet bei einem systolischen Wert von 140 liegt, wird Dr. Kanniess ebenfalls erläutern. Oftmals werden die Beschwerden auf das Alter geschoben, aber die Lebensjahre allein sind nicht für eine Herzschwäche verantwortlich. Allerdings nehmen die Probleme mit der demografischen Entwicklung zu. Gefährlich ist die Herzschwäche auch deshalb, weil sie sich meist langsam einschleicht. „Dabei ist die Lebenserwartung so stark eingeschränkt, wie bei einer Krebserkrankung“, warnt Dr. Kurt Schwabe. Anhand von kurzen Filmsequenzen wird der Kardiologe veranschaulichen, wie ein verdickter Herzmuskel arbeitet oder ein Blutgerinnsel im Herzen sichtbar gemacht werden kann. Dr. Hans-Joachim Haas wird das Gesundheitsforum moderieren und anschließend mit seinen Kollegen alle Fragen der Zuhörer beantworten. Ab 18.30 Uhr ist Volker Zarp von der Deutschen Herzstiftung mit einem Infotisch vor Ort.




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