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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 05:55 Uhr

Wenn das Herz ins Trudeln gerät

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Herzrhythmusstörungen können gefährlich sein / Stormarner Tageblatt-Gesundheitsforum am kommenden Mittwoch

Eigentlich sollte unser Herz 60 bis 80 mal in der Minute und mit schöner Regelmäßigkeit schlagen. Manchmal aber poltert es plötzlich los, stolpert, oder es herrscht sogar absolute Funkstille. Solche kurzzeitigen Attacken sind meist harmlos - manchmal sind sie aber auch Vorboten eines Herzleidens.

Wenn der Herzschlag dauerhaft vom normalen Pumprhythmus abweicht, drohen schwere gesundheitliche Schäden und sogar komplettes Herzversagen. Das Problem ist, dass bei Herzrhythmusstörungen oftmals ein deutlicher Unterschied zwischen der Einschätzung durch den Arzt und der Beeinträchtigung des Patienten besteht. So kann es vorkommen, dass selbst minutenlange, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen von Patienten kaum wahrgenommen werden. Das Gesundheitsforum der Asklepios Klinik, des Stormarner Tageblatts, der Barmer GEK und der Deutschen Herzstiftung widmet sich am kommenden Mittwoch, 5. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus (Mühlenstraße 22) unter dem Titel „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen“ der gefährlichen Erkrankung. Dabei feiert das Gesundheitsforum ein kleines Jubiläum, denn das diesjährige ist das 10. Herzseminar.

„Rund 5000 Patienten im Kreis Stormarn leiden unter Herzrhythmusstörungen“, weiß Ralf Klesch, Bezirksgeschäftsführer der Barmer GEK. Schätzungen zufolge sind 10 bis 15 Prozent der über 80-Jährigen vom so genannten Vorhofflimmern betroffen, der häufigsten Herzrhythmusstörung. Das sind allein in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen. „Vorhofflimmern ist für uns Alltagsdiagnose, denn bei älteren Patienten tritt es häufig auf. Deshalb ist die Tendenz schon infolge der Demographie steigend“, sagt Dr. Kurt Schwabe, einer der drei Referenten des Abends. Bei Männern treten Herzrhythmusstörungen oft als allgemeine Schwäche auf. Erst wenn sie dann plötzlich nicht mehr ihren Rasen mähen können, gehen sie zum Arzt.

„Für jede Form der Herzrhythmusstörung gibt es eine hochdifferenzierte Behandlung. Jeder Patient muss individuell behandelt werden. Allerdings hat die High-Tech-Medizin, die sehr differenziert eingesetzt werden sollte, leider auch ihre Nebenwirkungen“, sagt Dr. Agnes Wolny, Kardiologin der Asklepios Klinik. Da es aber auch relativ harmlose Herzrhythmusstörungen gebe, müssten die Beschwerden in intensiven Gesprächen mit dem Kardiologen abgeklärt werden. Endgültige Klärung bringt dann ein EKG. Das Gefährliche am Vorhofflimmern ist außerdem, dass es ein erhöhtes Schlaganfallrisiko mit sich bringt und für etwa 30000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland verantwortlich ist. Gerinnungshemmende Medikamente können die Patienten dagegen schützen und verhindern, dass sich gefährliche Blutgerinnsel im Herzen bilden. Die bekanntesten Blutverdünner sind Marcumar und Warfarin. Neue Medikamente haben den Vorteil, dass die Gerinnungswerte nicht ständig kontrolliert werden müssen. „Ein großer Vorteil ist auch, dass notwenige Eingriffe in der Regel schon am nächsten Tag durchgeführt werden können, ohne komplizierte Überbrückung mit Heparin“, sagt Dr. Hans-Joachim Haas, der den Abend moderieren und auch Fragen der Gäste beantworten wird. Der Reinfelder Hausarzt Dr. Frank Kanniess wird die Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen näher beleuchten und wertvolle Tipps zur Prävention geben. Volker Zarp von der Deutschen Herzstiftung steht an diesem Abend mit einem Infotisch und jeder Menge informativer Broschüren der Herzstiftung bereit. Wie immer können die Besucher am Ende der Vorträge Fragen stellen. Der Eintritt zum Gesundheitsforum ist wie immer frei.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn, also ab 18.30 Uhr, steht ein Rettungswagen des Rettungsdienst-Verbundes Stormarn vor dem Bürgerhaus. Die Besucher des Gesundheitsforums haben dann die Möglichkeit, sich das „Innenleben“ und die Ausstattung eines Rettungswagens anzusehen.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 13:50 Uhr

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