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Kreis Stormarn : Weniger Rauschtrinker, aber mehr Mädchen blau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

47 Jugendliche mussten im vergangenen Jahr mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden..

von
erstellt am 21.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Dass Feiern nicht im Vollrausch enden muss wird anscheinend immer mehr jungen Menschen in Stormarn bewusst. Nach Auswertung der 2014-er Zahlen durch die AOK Nord-West kamen 47 Jugendliche im Alter von zwölf bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Das sind zwei weniger als im Vorjahr. 2012 waren es noch 62 stationäre Behandlungen.

„Das ist erfreulich, aber noch kein Grund zur Entwarnung, denn mit einer hohen Dunkelziffer bleibt Alkohol Suchtmittel Nummer 1 bei jungen Menschen und darf daher nicht bagatellisiert werden“, kommentiert der Ahrensburger AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens die Zahlen.

Der rückläufige Trend ist besonders bei den jungen Menschen im Alter von 18 Jahren auffällig. Bei ihnen ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen akutem Rausch im Jahresvergleich um 85 Prozent zurückgegangen. Bei 15- und 19-Jährigen gab es dagegen mehr Alkoholmissbrauch.

„Die Zahlen zeigen, dass wir nicht nachlassen dürfen, jungen Menschen über die Gefahren des Rauschtrinkens aufzuklären. Früher Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, sagt Bojens. „Auch unsere aktuellen Erkenntnisse zeigen, dass Prävention mit dem Ziel, einen kompetenten Umgang mit Alkohol zu bewirken, unbedingt fortgesetzt werden muss“, sagt auch Dr. Regina Kostrzewa, Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen e. V. Vor allem zwei Gruppen müsse man im Blick haben: Die unter 16-Jährigen, bei denen die Hirnentwicklung durch Rauschtrinken besonders beeinträchtigt werden könne sowie Mädchen, bei denen Rauschtrinken signifikant häufiger vorkomme.

Als positives Beispiel für Prävention nennt Jens Bojens das Programm „AlcoMedia – Voll das Leben!“, bei dem Schüler einen medienübergreifenden Parcours durchlaufen und im Dialog mit Lehrern und den Suchtexperten über Umgang mit Alkohol diskutieren.

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