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Weniger Polizisten, aber immer mehr Einbrüche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Podiumsdiskussion der Stormarner CDU / 122 Stellenstreichungen geplant

Die Polizei darf sich nicht weiter aus der Fläche verabschieden, mahnt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. „Der geplante Personalabbau ist mit Organisationsmaßnahmen nicht auszugleichen“, behauptet Manfred Börner. Mindestens 122 Stellen sollen wegfallen. Nach den aktuellen Plänen des Innenministeriums drohe in Stormarn die Schließung der Polizeistationen in Bargfeld-Stegen, Oststeinbek und in Steinburg, sagt Sylvio Arnoldi (CDU), Vorsitzender des Innen- und Rechtsausschusses. Seit 2012 seien bereits 42 Stationen geschlossen worden. „Diese Zentralisierung lehnen wir entschieden ab“, so Arnoldi.

Einschnitte werde es auch für die Polizeizentralstation in Bargteheide geben. Sie werde Ahrensburg untergeordnet und nicht mehr rund um die Uhr besetzt sein.

Börner und Arnoldi waren auf Einladung des CDU-Kreisverbands zur Podiumsdiskussion nach Ahrensburg gekommen. Dennis Möck moderierte die Runde mit 50 Zuhörern unter dem Motto „Polizei auf dem Rückzug“. Die Zahl der Einbrüche in Stormarn hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, die Aufklärungsquote dümpelt bei mageren fünf Prozent. „Niedersachsen ist da deutlich besser“, führte Arnoldi weiter aus. Mit einer speziellen Eingreiftruppe sei die Quote dort auf 25 Prozent gestiegen.

Arnoldi kritisierte auch die standardisierte Bearbeitung von Alltagskriminalität durch Hilfskräfte: „Wir wollen keine Bagatellisierung von Straftaten.“ Das Land plane, alle Stationen mit weniger als fünf Beamten zu schließen. Die Kenntnisse dieser Polizei über die örtlichen Verhältnisse seien aber wichtig für die Ermittlungen. Auch werde es länger dauern, bis die Einsatzkräfte am Schauplatz eines Vorfalls einträfen. „Die Leute sagen, ich rufe lieber die Feuerwehr an, weil die schneller kommt“, sagte Arnoldi. Eine Teilnehmerin widersprach allerdings: „Als wir kürzlich einen Einbruch gemeldet hatten, waren rasch zwei Streifenwagen mit einem Spürhund da.“

Der Süden Stormarns habe sich zu einer Hochburg für Einbrecher entwickelt, sagt Tobias Koch, CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter: „Täglich gibt es hier drei Einbrüche, einer davon am helllichten Tag.“ Die Politik der Landesregierung zwinge die Polizei zum Rückzug. Koch verwies auf ein Grundsatzprogramm der Landes-CDU zur Verbesserung der inneren Sicherheit. Er bedauerte auch, dass das Innenministerium trotz Einladung keinen Referenten nach Ahrensburg geschickt habe.

Polizisten in Schleswig-Holstein erhielten die geringste Besoldung im Bundesschnitt, so Börner. „Wie sollen wir so gut qualifizierte Leute bekommen?“ Eine Wohlstandsgesellschaft müsse mehr als 30 Cent pro Tag und Bürger für Sicherheit ausgeben. „Wir sind damit bundesweit das Schlusslicht.“ Der Staat ziehe sich zurück, die Politik treibe die Bürger damit zur Selbsthilfe durch Bürgerwehren.



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