Reinfeld : Weniger Flüchtlinge – Mietvertrag gekündigt

In diesem Neubau auf dem Schützenplatz hatte die Stadt 15 Wohnungen für Flüchtlinge gemietet. Jetzt sind sie auf dem freien Markt erhältlich.
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In diesem Neubau auf dem Schützenplatz hatte die Stadt 15 Wohnungen für Flüchtlinge gemietet. Jetzt sind sie auf dem freien Markt erhältlich.

15 Neubauwohnungen werden jetzt auf dem freien Markt angeboten.

shz.de von
27. Mai 2017, 06:00 Uhr

Vor zwei Jahren war die Stadtverwaltung noch davon ausgegangen, dass weitaus mehr Flüchtlinge in der Karpfenstadt untergebracht werden müssten. Deshalb mietete sie zusätzlich zum bereits vorhandenen Wohnraum 15 Wohnungen für zehn Jahre in einem inzwischen fertig gestellten Mehrfamilienhaus auf dem ehemaligen Schützenplatz – insgesamt 1  050 Quadratmeter. Investor Christian Hoffmann investierte rund 2,5 Millionen Euro in den Neubau, der inzwischen leer steht. Der drastische Rückgang der Flüchtlingszahlen führte nun dazu, dass die Stadt den Mietvertrag mit dem Investor gekündigt hat.

Die Wohnungen werden jetzt auf dem freien Markt angeboten. Sie sind für eine Kaltmiete von 8,50 Euro pro Quadratmeter zu haben, barrierefrei und haben eine Wohnfläche von 57 bis 76 Quadratmetern plus Terrasse oder Balkon.

Zur Zeit leben 105 Flüchtlinge in der Karpfenstadt – davon 41 nicht anerkannte und 64 anerkannte. Diese Zahl werde sich sicherlich durch Familiennachzug erhöhen, so Gerstmann. Er rechnet mit 52 Familienmitgliedern, die binnen kürzerer Zeit zu ihren Angehörigen nach Reinfeld kämen. Zur Zeit sind 60 freie Plätze für Flüchtlinge vorhanden: „Da ist der Überhang gar nicht mehr so groß.“ Auch könne man nicht abschätzen, ob es erneut eine Flüchtlingswelle geben könnte, so dass man weiterhin Wohnraum vorhalten müsse. Aufgrund fehlender Zahlen und Prognosen herrsche Unsicherheit darüber, wie viel Wohnraum tatsächlich gebraucht werde, ob man weitere Mietverträge – wie den für die Wohnungen auf dem Schützenplatz – kündigen müsse. Gerstmann: „Wir versuchen, die Leerstände möglichst auf unsere stadteigenen Gebäude zu begrenzen.“

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