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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 07:54 Uhr

Weltgebetstag: Bahamas

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Weltgebetstag: Informiert beten - betend handeln

von
erstellt am 06.Mär.2015 | 09:19 Uhr

„Begreift Ihr meine Liebe?“

So fragte Jesus (Johannes-Evangelium Kapitel 17) seine Jüngerinnen und Jünger, als er vor seinem Leidensweg zum Kreuz einen letzten gemeinsamen Abend mit ihnen verbrachte. Beim Abendessen war er mittendrin aufgestanden, hatte sein Obergewand abgelegt und dann allen der Reihe nach die Füße gewaschen: Petrus, der sich erst widersetze, genauso, wie Judas, der ihn schon verraten hatte, und den Jüngerinnen ebenso wie den Jüngern – allen wie sie da saßen.

Er, der Herr und Lehrer, machte sich zum Knecht und verrichtete Sklavendienst, damit alle begreifen konnten, wie er sich selbst in seinem göttlichen Auftrag versteht: „Ich habe euch die Füße gewaschen. So sollt auch ihr euch die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“

Können wir diesen Auftrag des Gottessohnes wirklich verstehen?

In der Fußwaschung überwindet Jesus die Rollenmuster seiner Gesellschaft und bringt die gesellschaftlichen Hierarchien von der Vertikalen in die Horizontale, er legt sie sozusagen flach. Damit wird unser menschliches Übereinander in ein Mit- und Füreinander verwandelt.

Deshalb haben Frauen der Bahamas diese Geschichte für den diesjährigen Weltgebetstag ausgewählt, der am 6. März in über 170 Ländern rund um den Globus gefeiert wird. „Wenn wir Jesu Fußspuren folgen, dann folgen wir Jesu tiefgreifender Liebe, die Grenzen überwindet.“

Wie menschliche Grenzen überwunden und Schicksale gewandelt werden können, das zeigen sie uns und aller Welt einfach und direkt: Im Gottesdienst waschen sie notleidenden Frauen die Füße. Das mag auf den ersten Blick naiv erscheinen. Aber in einem Frauenalltag von Armut und Gewalt zeigen sie damit ihre Hoffnung auf Veränderung, denn gleichzeitig setzen sie sich in ihren Hilfszentren auch für ihre Geschlechtsgenossinnen ein, um z.B. den vielen Vergewaltigungen, HIV/Aids-Infektionen und Teenagerschwangerschaften entgegen zu wirken. Deshalb rufen sie sich und uns zu: „Tut füreinander, was Er für uns getan hat!“

Jesu Botschaft hat hier „Hand und Fuß“. Seine radikale und heilsame Liebe wird direkt spürbar. Da ist auch die Migrantin, die auf der Suche nach einem besseren Leben aufgenommen und willkommen geheißen wird.

Und wir? Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt jemandem die Füße gewaschen? Oder: Wann wurden Ihnen einmal die Füße gewaschen? Denn was ich erfahren und begriffen habe, dass kann ich auch anderen begreiflich machen.

Die benediktinische Oberin Sr. Anne aus Nassau, Bahamas ermutigt uns so: Du musst bei dir selbst anfragen und dich fragen: Kann ich mich beschenken lassen? Begreife ich, dass ich gesegnet bin? Nur was ich selbst empfangen habe, das kann ich auch weiterschenken.

Lassen wir uns von Gottes Liebe beschenken?! Dann können wir erleben, was Jesus meint: „Begreift ihr, was ich für euch getan habe? Freut euch, wenn ihr auch danach handelt!“

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