Wellenreiten an der Gold Coast

Sydney again: Mein Freund Hannes und ich vor der Opera.
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Sydney again: Mein Freund Hannes und ich vor der Opera.

Nach wochenlanger Arbeit in einer Fabrik in Brisbane Surfen an der Ostküste und Weiterflug nach Sydney, mit dem Van gen Nordküste

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05. November 2013, 00:33 Uhr

Seit fast zehn Monaten bin ich in Australien unterwegs. Kaum vorstellbar für mich, dass ich im letzten Jahr kurz vor Weihnachten in den Flieger nach Sydney stieg, um die Welt down under zu erkunden. Noch immer verspüre ich nur wenig Heimweh. Ich vermisse zwar meine Familie und Freunde in Reinfeld, aber andererseits fühle ich mich hier mit meinen neuen australischen Freunden sehr wohl. Und wenn man mal Sehnsucht hat, gibt es ja Facebook und Skype, das hilft schon.

Im Laufe der Monate habe ich viele nette, hilfsbereite und offene Menschen kennen gelernt. Überall ist man willkommen, überall wird einem geholfen. Mein Englisch ist inzwischen auch ganz passabel geworden, und ich kann das schnelle „Kauderwelsch“ der Australier gut verstehen. Lange habe ich in einer Fabrik gearbeitet, die Bremsbeläge herstellt und Geld gespart für meinen Trip nach Nordaustralien. Die Firma befindet sich in einem der vielen Vororte von Brisbane, eine Stadt mit über 2 Millionen Einwohnern und im Bundesstaat Queensland an der Ostküste gelegen. Dann aber kam mein Freund aus Reinfeld zu Besuch, und wir beide änderten kurzentschlossen unsere Reiseroute und begaben uns von Brisbane in Richtung Süden nach Byron Bay in New South Wales, einem Surfer- und Badeort mit rund 5000 Einwohnern und rund 200 Kilometer von Brisbane entfernt, wo ich bereits vor einigen Monaten war. Dort wagte ich es: Das erste Mal in meinem Leben auf den Wellen reiten, die dort wirklich gigantisch sind. Gar nicht so einfach wie es immer im Fernsehen aussieht.

Rauf aufs Brett, runter vom Brett – so ging es den ganzen Tag. Es kam auch mal vor, dass Hai-Alarm wie im berühmten Film „Der weiße Hai“ ausgerufen wurde, dann blieben die Surfbretter natürlich am Strand liegen. Gesehen haben wir aber glücklicherweise keinen, und passiert ist auch nichts. Nicht gerade die Geschichte, die man seiner Mutter zu Hause erzählt. Abends am Strand am Lagerfeuer, gemeinsam mit meinem Freund und surfenden Australiern – da kam schon ein Feeling von Freiheit und Abenteuer auf. Nicht umsonst wird die Küste dort Gold Coast genannt. Endlose Strände, feiner weißer Sand und ein türkisblauer Pazifischer Ozean.

In der Nähe von Byron Bay besuchten wir auch einen Zoo, und ich sah zum ersten Mal in meinem Leben einen Koalabär sowie einen Wombat. Leider habe wir in freier Wildbahn keinen getroffen, dafür aber jede Menge Kängurus.

Relaxen und die Sonne bei milden 23 Grad genießen – nach wochenlanger Arbeit war das Urlaub pur, wenn nicht alles so schrecklich teuer in Australien wäre. Das Geld fließt so dahin, obwohl wir keine großen Ansprüche stellen, nicht essen gehen, sondern nur das Nötigste aus dem Supermarket holen. Selbst ein mobiler Internetanschluss kostet hier Unsummen. Dafür ist die Landschaft um so beeindruckender, dafür sind die Menschen hier um so liebenswerter, was für die hohen Kosten allemal entschädigt.

Nach einigen Wochen machten mein Freund und ich uns wieder auf die Rückreise nach Brisbane. Er flog wieder gen Heimat, und ich arbeitete noch einige Zeit bei der Firma für Bremsbeläge. Kein Problem, sie stellten mich gleich wieder ein. Das geht hier in Australien relativ unkompliziert, wenn man sich bereits kennt. Kostenlos unter kam ich bei einem meiner neu gewonnenen australischen Freunde. Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben.

Vor wenigen Tagen kam ein weiterer Freund aus Hamburg bei mir an. Er will vier Wochen bleiben und hat seinen gesamten Jahresurlaub für den Australien-Trip genommen. Ich freue mich schon darauf, mit ihm weitere Gegenden Australiens zu erkunden. Ich flog zurück nach Sydney – dahin, wo ich im Dezember 2012 ankam – und holte ihn vom Flughafen ab. Mal sehen, in welche Gegend es uns jetzt verschlägt. Wir wollen uns einen Van mieten und herumreisen - vielleicht zu den Whitsunday Islands (Pfingstsonntags-Inseln) mit dem berühmten Great Berier Reef vor der Küste von Queensland und nach Cairns in Nordaustralien. Ob ich tatsächlich im Dezember wieder nach Deutschland zurückreisen werde, steht noch in den Sternen. Eigentlich sollte mein Work-and-Travel-Jahr dann zu Ende sein, weil auch mein Einjahres-Visum kurz vor Weihnachten abläuft. Doch ich habe vorsichtshalber eine einjährige Verlängerung beantragt. Das ist möglich, wenn man mehrere Wochen, so wie ich, auf den Obstfeldern „fruit picking“ gemacht hat. Falls ich das neue Visum bekomme, muss ich es aber nicht sofort einlösen, sondern kann es auch später noch nutzen.

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