zur Navigation springen

Ahrensburg : Welches Kino hätten sie denn gern?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Luxusproblem: Der Planungsausschuss kann am 17. Februar den Weg für ein neues Lichtspielhaus in Ahrensburg freimachen. Vielleicht entscheiden sie aber auch dagegen.

von
erstellt am 09.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Kommt die fast unendliche Geschichte eines Kinos in Ahrensburg jetzt doch zu einem guten Ende. Für den Bau- und Planungsauschuss am 17. Februar liegt eine Empfehlung der Verwaltung für einen Kinoneubau am Bahnhof vor. Grundlage der Rathaus-Festlegung sind eine städtebauliche Studie des Büro WRS Architekten, auf deren Basis die beiden Interessenten ihre Konzepte noch einmal überarbeiten konnten. Die wurden dann erneut von Gutachtern im Hinblick auf die Folgen für Verkehr und Einzelhandel beurteilt.

Klar vorne liegt das Konzept der Bremer Immobiliengruppe Melchers. Der gehört das Grundstück mit dem Edeka-Markt am Bahnhof. Weil der in die Jahre gekommen ist und dringend saniert und vergrößert werden muss, kam der Vorschlag, den Markt auf das als Parkplatz genutzte Gelände an der Reitbahn zu verlegen und am Bahnhof ein Kino zu bauen.

Bevor der Vorschlag mit dem Grundstückstausch kam, hatte die Ahrensburger Bau Consult mit der früheren CDU-Stadtverordnete Susanne Philipp als Geschäftsführerin ist, zusammen mit der Hamburger Partner Procom Invest eine Lösung auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Reitbahn-Grundstück vorgeschlagen. Dazu gehören ein zweigeschossiges Kino mit vier Sälen, ein Rewe-Markt mit 1500 qm, ein Expert-Elektromarkt mit 1400 qm sowie knapp 4400 qm 57 frei finanzierte Wohneinheiten mit einer durchschnittlichen Größe von 60 qm.

Die Reitbahn-Planungen der Melchers-Gruppe konnten natürlich großzügiger ausfallen, da dort weder Kino noch Elektromarkt untergebracht werden mussten. Da fällt auch nicht sehr ins Gewicht, dass der Edeka mit 2200 qm wesentlich größer werden soll. Die Wohnungen sind als lockere Bebauung auf dem „Dach“ des Lebensmittelmarkts sowie als Gebäuderiegel geplant, der von vier Geschossen in Richtung Polizei auf zwei Geschosse mit Staffelgeschoss abfällt. Möglich sind bis zu 3500 qm frei finanzierter und knapp 1000 qm geförderter Wohnraum.

Das Kino, ebenfalls mit vier Sälen und knapp 600 Plätzen, soll beim jetzigen Edeka in Bahnhofstraße 17 gebaut werden. Als Mieter und Betreiber des Kinos ist die Hamburger K-Motion dabei, die bereits 14 Häuser hat und in den Planungsprozess mit eingebunden war. Der Kinoneubau soll 2,2 Millionen Euro kosten, K-Motion will sich mit 500  000 Euro beteiligen.

Das Kino-Gebäude ist in der Höhe gestaffelt, der höchste Punkt befindet sich Richtung Alter Lokschuppen. Die geplanten 162 Stellplätze befinden sich in einer Tiefgarage. Mit der Zahl der Parkplätze ist man im Rathaus allerdings nicht zufrieden. Entweder müsste es zusätzliche Plätze an der Reitbahn geben oder die Investoren könnten eine Ablösesumme zahlten, so dass die Stadt das Parkhaus aufstocken könnte.

Grundsätzliche befürworten alle Fraktionen ein Kino für die Stadt. Was aber in der Vergangenheit niemanden hinderte, die Standort-Vorschläge abzulehnen. Dieses Mal ist es etwas anders. CDU und Grüne wollen sich festlegen, die Grünen favorisieren den Entwurf der Melchers-Gruppe. Die Sozialdemokraten tun sich dagegen mit beiden Entwürfen schwer, so Hartmut Möller: „Mir widerstrebt es, ein städtisches Innenstadt-Grundstück für gewerbliche Zwecke herzugeben. Wie wir uns stellen, werden wir in der Fraktion entscheiden.“ Thomas Bellizzi (FDP) ist zwar ein Kinoverfechter, knüpft eine Zustimmung aber an Bedingungen. Für die wegfallenden Parkplätze müsse es mehr Ersatz geben als eine Aufstockung, und ein Kinogebäude dürfe eine Parkhaus-Erweiterung nicht verhindern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert