Trittau : Weiterer Schritt für Markt auf dem Meiereigelände

Die Gemeinderatssitzung stieß auf großes Interesse der Trittauer Bürger
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Die Gemeinderatssitzung stieß auf großes Interesse der Trittauer Bürger

Mit den Stimmen von CDU und Grünen beschließt die Gemeindevertretung die Aufstellung des B-Plans.

shz.de von
08. Januar 2015, 06:00 Uhr

Das war eine turbulente und langwierige Sitzung der Gemeindevertretung, in der alle Mitglieder um Sachlichkeit bemüht waren, was jedoch nicht immer ganz gelang. Nach zwei Stunden wurde der erwartete Beschluss gefasst: Mit zehn Stimmen von CDU und Grünen wurde der Entwurf- und Auslegungsbeschluss für den
B-Plan 22  D (Meierei) gefasst – mit der „Maßgabe, dass die Hinweise aus der Stellungnahme der Landesplanung vom 7.November im weiteren Verfahren abgearbeitet und in die Abwägung eingestellt werden.“

Genau um diese Stellungnahme gab es kontroverse Diskussionen. Planungsausschussvorsitzender Detlef Ziemann (Grüne) erläuterte zunächst die Beschlussvorlage und das Verfahren: „Es geht hier nicht darum, ob Markant und Aldi bauen oder ob Herr Süllau sofort bauen kann, sondern es geht um einen weiteren Schritt im abgestuften B-Plan-Verfahren.“ Ziemann stellte die Stellungnahme der Kreis- und Landesplanung mit dem seines Erachtens wichtigsten Satz vor, nämlich dass dem Bauvorhaben raumordnerisch nichts entgegen stehe.

„Da hast du geschickt die ganzen Bedenken weggelassen“, merkte Michael Amann (BGT) an. Auch der fraktionslose Christian Winter bemängelte die einseitige Darstellung Ziemanns und sah sich wegen der Kurzfristigkeit der Sitzungseinladung über die Feiertage nicht ausreichend informiert. Die Einladungen seien noch am 22. Dezember raus gegangen, sagte dazu Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch.

In der Stellungnahme der Landesplanung ist auch von einem „ruinösen Wettbewerb für den geplanten Markant Markt“ die Rede und von der Verödung des Südens, wenn Edeka in der Vorburgstraße schließt. Das sind für Ziemann nur Hinweise, die im B-Plan-Verfahren abgearbeitet werden sollen. An dem Punkt hakte die SPD ein und empfahl, die Bedenken vor einer Beschlussfassung abzuarbeiten. Es bestehe ja keine Eile. Ute Agatz merkte zudem an, dass es bei Markant um 30 neue Arbeitsplätze gehe, während der Edeka-Markt nur eine Umsiedlung sei. Der SPD-Antrag stieß jedoch auf taube Ohren.

Für Bürgermeister Oliver Mesch ist die landesplanerische Stellungnahme weiterhin „ambivalent“. Die rechtlichen Fragen seien abgearbeitet. Die von Bartels-Langness (Famila) angedrohten Schadensersatzforderungen würden mit „großer Wahrscheinlichkeit“ ins Leere laufen. Das hätten Rücksprachen mit Anwälten ergeben, sagte Mesch.

Ein bisschen bekriegen mussten sich Amann (BGT), Lange (SPD), Hoffmann (CDU) und Paap/Ziemann (Grüne) dennoch. Es ging um gegenseitige Polemikvorwürfe, einen alten Prospekt der SPD zur Ortsplanung und die Vorwürfe der Befangenheit gegen zwei CDU-Ratsmitglieder, die inzwischen von Verwaltung und Kommunalaufsicht verneint wurden. Mehrfach kam es zu Gelächter, Raunen und spontanen Beifallsbekundungen im Publikum, besonders als endlich abgestimmt wurde.

Günther Süllau, der ebenfalls gekommen war, wollte den Abend „erstmal sacken lassen“, und war zu keiner Stellungnahme bereit. Für ihn bedeutet die Entscheidung des Gemeinderats einen weiteren Schritt auf dem Weg zu dem einem Edeka-Markt auf dem Meierei-Gelände. Von Famila war gestern keine Stellungnahjme zu bekommen.





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