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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 01:00 Uhr

Ahrensburg : Weiter wachsen in Beimoor-Süd

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gewerbeentwicklungskonzept für die Schlossstadt: Ahrensburg braucht in den nächsten 15 Jahren bis zu 45 Hektar

von
erstellt am 28.Sep.2015 | 17:06 Uhr

35 bis 45 Hektar Gewerbeflächen benötigt Ahrensburg bis 2030. Das ist das Ergebnis einer von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH (WAS) in Auftrag gegebenen Untersuchung, an der sich die Stadt beteiligte. Die Cima-Experten haben von März 2014 bis Juni 2015 Daten gesammelt und Firmen befragt.

Herausgekommen ist ein 136 Seiten starkes Gewerbeentwicklungskonzept, in dem die Ist-Situation analysiert wird und Entwicklungsoptionen für aufgezeigt werden. Für die beiden Szenarien ihrer Flächenprognose legten die Gutachter die Entwicklung Ahrensburgs und die des Kreises zu Grunde. Ihre Empfehlung ist ein Mischwert aus beiden zuzüglich eines 25-prozentigen „Sicherheitsaufschlags“.

Grundsätzliche Erkenntnisse:

– Ahrensburg hat fast 14000 Aus- und knapp 8000 Einpendler. Nur 18 Prozent der Beschäftigten wohnen am Ort.

– Der Dienstleistungssektor ist mit 72,6 Prozent der Beschäftigten wesentlich stärker als das Produzierende Gewerbe

– Im Produzierenden Gewerbe liegen die Schwerpunkte in der Herstellung von Druckerzeugnissen, Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie Nahrungsmitteln

– Im Dienstleistungssektor liegen die Schwerpunkte im Groß- und im Einzelhandel, der Arbeitskräftevermittlung und dem Gesundheitswesen.

– In den Wirtschaftsgruppen gibt es einzelne beschäftigungsstarke Unternehmen, so dass die Einnahmen Stadt von diesen Branchen oder konjunkturellen Schwankungen abhängen.

Die Cima-Gutachter gehen grundsätzlich von einer weiterhin positiven wirtschaftlichen Entwicklung aus, laut der es es im Jahr 2030 in Ahrensburg 2800 bis 3800 Beschäftigte mehr als heute geben soll. Laut Befragung plant fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) eine Erweiterung am Standort, weit 15 Prozent wollen sich in Ahrensburg einen größeren Standort suchen. Nur jedes 20. Unternehmen denkt über eine Verlagerung nach.

Die meisten Unternehmen brauchen rund 4000 qm zusätzlich, nur sehr wenige mehr als 2,5 Hektar. Insgesamt kommt die Cima auf einen Flächenbedarf von 95  550 qm in den nächsten fünf Jahren – von denen sich 81  100 qm nicht am bestehenden Standort umsetzen lassen.

In der Fortschreibung bis 2030 summiert sich das auf die 35 bis 45 Hektar. Der größte Teil, rund 25 ha, ließen sich durch eine Erweiterung von Beimoor-Süd realisieren, weitere 16 ha könnte eine Erweiterung Beimoor-Nord bringen. Das Beispiel Bargteheide-Langenhorst habe allerdings gezeigt, dass sich Gebiete, die durch einen Grünzug getrennt sind, schlechter verkaufen lassen.

Eine theoretische Möglichkeit für ein interkommunales Gewerbegebiet mit sechs Hektar sehen die Gutachtern zwischen der Autobahnauffahrt und dem Ostring.

Das Gewerbegebiet West halten die Gutachter für einen guten Standort für die Entwicklung eines urbanen Gewerbegebiets mit dem ehemaligen Rohrbogenwerk als „Keimzelle“. Überlegungen, das Gebiet in einem reinen Dienstleistungs- und Wohnstandort umzuwandeln, erteilen damit eine Anfuhr..

Zudem sei Ahrensburg im direkten Umland Hamburgs so attraktiv, dass Flächen vorrangig an Unternehmen verkauft werden sollten, möglichst viele Arbeitsplätzen je ha gewährleisteten. Und mit Flächenvorhaltung, Zwischenerwerb von Grundstücken, verbesserter Erschließung und Diversifizierung z. B. durch Stärkung des produzierenden Gewerbes sollte sich Ahrensburg bemühen, unabhängiger von einzelnen Branchen, Unternehmen und Grundeigentümern zu werden.

Zudem empfehlen sie eine optische Aufwertung der „klassischen“ Gewerbegebiete aus den 1950er bis 1970er Jahren durch vorbildliche öffentliche Gestaltungsansätze. Im Beimoor-Nord würden sich dafür zahlreiche Wasser- und Entwässerungsflächen anbieten.

Die Innenverdichtung ist laut Cima kaum eine Alternative, da die meisten geeigneten Flächen in privater Hand seien, es aber überzogene Preisvorstellungen und überhaupt keine Verkaufsbereitschaft gebe. Gleichwohl empfehlen sie der Stadt möglichst frühzeitig detaillierte Informationen über die Nutzungen der einzelnen Grundstücke zu erheben, um gegebenenfalls schnell Einfluss nehmen zu können.

Der Ahrensburger Planungs- und Bauausschuss nahm das Gutachten fast einstimmig zur Kenntnis und beauftragte die Stadtverwaltung mit der Fortschreibung der Datenbank. „Das Gutachten ist eine Grundlage, die sich hoffentlich auch im F-Plan niederschlägt“, sagt Vorsitzender Hartmut Möller (SPD). Ob das dann in der Praxis in B-Plänen auch tatsächlich so umgesetzt wird, „da bin ich skeptisch,“ so Möller.

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