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Delingsdorf : Weinbau in Stormarn: „Schatoh Feldmark“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

5450 Rebstöcke sollen auf dem Gelände der Gartenbaumschule Andresen geheihen. In gut drei Jahren wird es den ersten nennenswerten Ertrag geben.

Schleswig-Holsteins größte Weinanbaufläche liegt jetzt bei Bargteheide. Am Wochenende wurden auf 1,7 Hektar Fläche die ersten Reben angepflanzt. 5450 Rebstöcke sollen auf dem Gelände der Gartenbaumschule Andresen jetzt neue Wurzeln schlagen. Eine große Schar von freiwilligen Helfern übernahm diese Arbeit, darunter auch die Jugendfeuerwehr.

Die letzten machten sich nach der Einweihung am vergangenen Sonntag ans Werk. „Viele hätten sogar bezahlt, um dabei zu sein“ sagte Pastor Jan Roßmanek und zitierte den Bundespräsidenten Theodor Heuss: „Wer Wein trinkt betet, wer ihn säuft, der sündigt.“ Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht freut sich über das erste Weingut in Stormarn: „Mut, Kompetenz und Kreativität haben sich hier zusammengeschlossen.“ Und Delingsdorfs Bürgermeister Randolf Knudsen wünschte den Win-zern Gemeinsamkeit, Kraft und Demut.“ Der Weingarten liegt auf Delingsdorfer Gemeindegebiet.

Die drei Winzer sind fachkundig. Jörn Andresen ist Garten- und Landschaftsbauer, Sven Dohrendorf Weinhändler, und Leon Zijlstra hat internationale Weinwirtschaft studiert und seine Bachelor-Arbeit über die Gründung eines Weinguts in Stormarn geschrieben. „Schatoh Feldmark“ soll er heißen, in Anspielung auf die Chateaus (Schlösser) im Weinanbaugebiet Bordeaux, dem Bordelais.

Vierter im Bunde ist der Winzer Thomas Eser aus dem Rheingau. Er hat die anderen beraten und wird den Most aus der Feldmark auf seinem Weingut keltern. Er rechnet mit etwa 10 000 Litern Ertrag.

„Der Acker hat einen Humusgehalt von vier Prozent, im Rheingau sind nur 0,5 Prozent“, lobt Sven Dohrendorf den Boden. Zwar gedeiht in Norddeutschland noch kein Rotwein, „Schatoh Feldmark“ wird ein Weißwein. In gut drei Jahren wird es den ersten nennenswerten Ertrag geben.

Drei Rebsorten wurden gepflanzt, die kälteresistente Solaris gedeiht auch in England und Dänemark. „Sie wird früh reif, in Süddeutschland entwickelt sie schon eine zu intensive Süße“, sagt Andresen. Für Norddeut-sche Sommer also genau richtig. Hinzu kommen Johanniterreben als Cuvée und die Sorte Riesel.

Insgesamt 3,3 Hektar Anbaufläche wurden dem Trio genehmigt. Die restliche Fläche muss innerhalb von drei Jahren bepflanzt werden, sonst droht eine Geldstrafe. Etwa 40 000 Euro haben die Winzer investiert.




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