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Hamberger Kirchennot : Weihnachten noch ohne Kirche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die umfangreichen Bauarbeiten am Gotteshaus in Hamberge können bis zu den Feiertagen nicht beendet werden

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 06:00 Uhr

„Zu Weihnachten wird die Kirche leider noch nicht wieder geöffnet werden können“, bedauert Pastor Erhard Graf. Gehofft hatte er es, doch widrige Umstände machten ihm und der Kirchengemeinde Hamberge einen Strich durch die Rechnung. Denn es seien einige Angebotstermine geplatzt.

„Viele Handwerker haben uns ein zu hohes Angebot gemacht“, beklagt der Pastor. Oder sie hätten gar nicht erst Zeit gehabt, dort tätig zu werden. Vielleicht seien die Auftragsbücher durch die Nachwirkungen der jüngsten Stürme momentan zu voll, spekuliert Pastor Graf. Deshalb stocken die Arbeiten auf der Baustelle. Nur die Elektriker sind gerade dabei, die veraltete Leitungen zu erneuern. Dazu gehört nicht nur die komplette Elektrik, sondern auch der Blitzschutz.

Ein Gerüst ist im Innenraum aufgestellt, der Altar zum Schutz mit einer Holzwand eingedeckt. Höchste Zeit, dass an der vor rund 800 Jahren errichteten schmucken, kleinen Backsteinkirche etwas gemacht wird. Denn, so weiß es Pastor Graf aus den umfangreichen Kirchenbüchern: „Hier wurde seit 50 Jahren nichts mehr restauriert.“ Zwar wurde nach einem Brand 1957 ein neuer Kirchturm gebaut und in den 60er Jahren neue Bänke und Böden eingesetzt. Doch das sei, so Pastor Graf, nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.

Nun geht es richtig zur Sache: Die Empore wird durch eine Eisentreppe begehbar sein. Man sieht schon den Durchbruch. Ein neues Emporen-Geländer aus Metall ist bereits in Arbeit – im gleichen Stil wie die geplante zweite Eingangstür aus Messing im Seitenbereich. Verschärfte Sicherheitsbestimmungen schreiben einen zweiten „Fluchtausgang“ vor. Die Seitentür kostet allein 50 000 Euro.

„Die sechs Glasfenster befinden sich bereits in einer Würzburger Werkstatt“, so Graf. Auf ihnen befinden sich die Namenszüge der im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger Hamberges. Damit das Hamberger Gotteshaus besser durchlüftet wird, sollen zwei der Fenster mit einer speziellen automatischen Öffnung versehen werden. Ganz zum Schluss stehen die Malerarbeiten an. Leider seien die Kosten für die Restaurierung doch höher als erwartet ausgefallen, bedauert Pastor Eberhard Graf. Aus den ursprünglich geschätzten 150000 Euro sind inzwischen 200000 Euro geworden. Finanziert wird dasumfangreiche Projekt durch Baurücklagen der Kirchengemeinde und einer geringen Förderung des Denkmalschutzes. Graf: „Ich gehe davon aus, dass in den Werkstätten gut gearbeitet wird und wir die Kirche spätestens im Frühjahr wieder eröffnen können.“

 

>Information:

In der Zeit der Restaurierungsarbeiten können die Nachbarkirchen in Klein Wesenberg, Zarpen, Reinfeld und Lübeck genutzt werden.

Die Weihnachtsgottesdienste müssen wegen der andauernden Bauarbeiten in Hamberge diesem Jahr ausfallen.

 

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