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Bargteheide : Weichen für erstes „Öko-Dorf“ gestellt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

50 bis 95 Wohneinheiten sind in dem neuen Stadtteil geplant – mit Parks, „Eisheizungen“ und Ladestationen für E-Autos.

Ein Öko-Stadtteil wird in Bargteheide geplant. Erste Weichen dafür stellten jetzt die Ausschüsse für Finanzen und für Planung und Verkehr in einer gemeinsamen Sitzung. 50 bis 95 Wohneinheiten könnten östlich des bestehenden Neubaugebiets „Am Krögen“ entstehen. Dieser großen Spannbreite haben die Ausschüsse zugestimmt, um den Spielraum für gute Ideen möglichst breit zu stecken.

Aus dem gleichen Grund werden auch keine Mindestkaufpreise festgelegt. „Es soll eine Vielfalt der Angebote geben, das setzt eine gewisse Offenheit voraus“, so Kämmerer Joachim Teschke. Auch seien bereits auf einem der fünf Baufelder 50 Wohneinheiten möglich. Wenn ein Konzept ökologisch überzeugend sei, könnten die Vorgaben jederzeit angepasst werden. Ein Investorenwettbewerb entscheidet darüber, wer den Zuschlag erhält.

Es soll ein Stadtteil möglichst ohne Autos und mit zentraler Wärmeversorgung aus umweltfreundlicher und regenerativer Energieerzeugung werden. Als Wärmespeicher könnten „Eisheizungen“ (Heizen mit Eis als Energiequelle) dienen. Im Südteil besteht Anschlusszwang dafür, im Nordteil soll das freiwillig möglich sein. Brauchwasser soll über Regenzisternen gezapft werden, Regenwasser möglichst im Baugebiet versickern. Geplant sind Ladestationen für Elektroautos und zwei Parks mit Grünflächen.

Der Bodenverbrauch soll möglichst gering bleiben, gleichwohl sind Gemeinschaftsflächen vorgesehen. Für die Planung der südlichen Baufelder wird ein Ideenwettbewerb mit Losen ausgeschrieben. Bis zu sechs Bewerber können in die Vorauswahl gelangen. Zweite Phase ist ein Investorenwettbewerb, der in konkrete Verhandlungen mündet. Über die Ergebnisse entscheidet eine Jury wohl im Oktober. Die Qualität der vorgelegten Konzepte wird mit 70 Prozent gewichtet, der gebotene Quadratmeterpreis nur mit 30 Prozent. Zwei Baufelder möchte die Stadt selbst vermarkten, hier sind Einzel- oder Doppelhäuser geplant.

Die fünf Baufelder mit insgesamt 28    000 m² Bruttofläche sollen im Norden der Stadt erschlossen werden. Sie liegen östlich des Neubaugebiets Am Krögen. Gebäude können zweigeschossig mit zusätzlichem Staffelgeschoss errichtet werden. Auch Geschosswohnungsbau ist möglich, alternativ könnten Stadthäuser für mehrere Parteien entstehen.

Keine Mehrheit fand der Wunsch, das Gebiet auch an den Krögen anzubinden, der bisher nur als Wirtschaftsweg ausgebaut ist. Auch über die Aufteilung der Lose wurde noch keine Einigung erzielt. SPD und Grüne meldeten noch Beratungsbedarf an. Auf Wunsch der Grünen sollen auch Baugemeinschaften teilnehmen können. Das soll auf der nächsten Sitzung am Donnerstag, 28. April, geklärt werden. Die Bekanntmachung für den Wettbewerb geht dennoch schon am 11. April raus.


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