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Stormarner Wochenschau : Wehe, es kommt was dazwischen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Muss das alles sein? Mails kommen nicht an, Frackingverbote nicht weiter aber die Pläne für die Trave Arkaden werden recycelt.

Weiter so

„Auferstanden aus Ruinen“, könnte man fast anstimmen. Aber das trifft es nicht ganz. Einerseits weil das Oldesloer Postgebäude natürlich alles andere als eine Ruine ist. Es muss halt weg, weil es nicht in den Kram passt. Die Pläne für der dort geplanten Trave Arkaden mögen ruinös sein: Der erste Investor hatte sich mit dem Projekt ja bereits verschluckt. Es könnte aber auch für den einen oder anderen Laden in der Innenstadt ein unschönes Ende nehmen. Egal.

Mit dem Unternehmen List & Wilbers steht jetzt also der zweite Investor vor der Tür. Genau wie die Vorgänger, Jürgen und Alexandra Weber, eine Firma aus Westfalen. Das scheint eine geschäftstüchtige Ecke zu sein. Hubert Wilbers hat dem Ehepaar Weber kurzerhand seine Pläne abgekauft. 1:1 – im Fußball meistens ein unbefriedigendes Ergebnis und in dem Fall wohl auch. Für den Investor mag es Sinn machen: Planung, Gutachten, Mieter … alles schon erledigt. Der Neue steigt da ein, wo der Alte ausgestiegen ist. Und genau das ist doch das Problem. Die Trave-Arkaden-Pläne waren zuletzt hoch umstritten. Es gab heftigen Protest gegen die geplante Ansiedlung eines Bio-Discounters in dem Center. Vielleicht kommt der ja wieder hoch. Die politische Debatte, ob das für die Innenstadt gut ist, wird auf jeden Fall erneut losgetreten.

Investor Wilbers geht vorsichtshalber schon mal in die Offensive. Im Bauausschuss machte er deutlich, dass er aus vertraglichen Gründen gar nichts mehr ändern könne. Er habe nicht nur die Pläne, sondern alle bereits abgeschlossenen Verträge übernommen. Das mag ja sein, aber als juristischer Laie fragt man sich natürlich, wie kann jemand Verträge für etwas abschließen, für das es nicht mal Baurecht gibt? Was passiert denn, wenn Politik morgen beschließt, dass an die Stelle nicht nur ein Einkaufscenter soll, sondern auch mindestens zehn Sozialwohnungen? Oder dass dort nur Verkaufseinheiten mit mindesten 1000 Quadratmetern hin sollen? Oder höchsten 100? Ist doch alles denkbar.

Und noch etwas lässt aufhorchen: Gefragt, ob er die Trave Arkaden behalten wolle oder sie sofort verkaufen werde, antwortete Hubert Wilbers, dass das nicht geklärt sei. Sein Vorgänger war da weiter. In einer Anlage zum Durchführungsvertrag zwischen Investor und Stadt stand nämlich ausdrücklich drin, dass dieser auch für einen namentlich genannten nächsten Besitzer gelte. Da muss es also auch bereits mindestens einen Vorvertrag gegeben haben. Ausgerechnet der wurde nicht mitübernommen? Komisch.

 

Durchgeflutscht

Hoppla, wie konnte das denn passieren? Oldesloe bekommt seinen Strom zukünftig nicht mehr von den eigenen Stadtwerken, sondern irgendwo anders her. Für einen Konzern wie beispielsweise Eon muss das ein Freudenfest sein. Große Kohle mit Kernkraftwerken scheffeln aber Oldesloe billigen Ökostrom andrehen. Die Stadt hatte die Belieferung im Internet über einen Dienstleister ausgeschrieben. Die Stadtwerke wollten da auch munter mitbieten – aber die entscheidende E-Mail soll nicht angekommen sein. Na super. Ist das Neuland oder warum hat das nicht geklappt? Mal einen Blick in den Spam-Ordner geworfen? Peinlich, peinlich. Entsprechend groß ist natürlich die Verärgerung bei den Stadtwerken. Es ist aber nur ein Imageverlust. Wirtschaftlich tut sich das glücklicherweise nichts, denn an den Großkunden verdienen die Energieversorger wohl eh nix.

 

Ausgebremst

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hat Politiker und Bürgerinitiativen über den aktuellen Stand in Sachen Fracking-Verbot informiert. Kurz gesagt: Die Bundesratsinitiative von Schleswig-Holstein liegt erst mal auf Eis. Das sei so üblich, wenn es entsprechende Pläne der Bundesregierung gebe. Auch wenn der Vorstoß des Bundes längst nicht so weit geht. Da können alle, die Fracking ernsthaft verbieten wollen, nur mit den Zähnen knirschen. In der Zwischenzeit, so der Rat von Minister Habeck, helfe, wenn jeder nach seinen Möglichkeiten in Berlin deutlich mache, dass nur ein Verbot im Bundesbergrecht Fracking in Deutschland wirksam verhindere. Als würde er die Oldesloer Verhältnisse kennen, führt er dazu ausdrücklich auch regionale Resolutionen an. Die örtlichen CDU-Abgeordneten werden vermutlich nicht im Verteiler für diesen Brief gestanden haben. Aber schauen wir doch mal, was sich am Montag tut, wenn die Oldesloer Stadtverordneten über den Rot-Grünen Resolutionsentwurf beraten werden ... oder auch wieder nicht. Man weiß es nicht.

 

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 12.Sep.2014 | 18:41 Uhr

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