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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 18:39 Uhr

Gleiche Rechte : Weg mit den Barrieren!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Demo für Inklusion vor dem Ahrensburger Rathaus. Bürgermeister Sarach nimmt sich der Anliegen an. Der U-Bahnhof West für Geh-Behinderte nicht zugänglich.

„Gleiche Bürgerrechte für alle“, forderten etwa 25 Menschen mit Behinderungen und einige Unterstützer vor dem Ahrensburger Rathaus. Zunächst besichtigten sie mit einem Bus verschiedene Konfliktpunkte und trugen Wünsche bei einer Wohnungsgenossenschaft vor. Im Rathaus fanden sie anschließend mit Bürgermeister Michael Sarach auch einen interessierten Gesprächspartner. Es geht um Barriere-Freiheit im öffentlichen Raum, bezahlbaren Wohnraum und vor allem auch um die Anerkennung als gleichberechtigte Mitbürger. Inklusion heißt das heute, Teilhabe. In den Stormarner Werkstätten trifft sich die Gruppe „Wir sind Bürgerinnen und Bürger“ regelmäßig. Bereits im vergangenen Jahr demonstrierten sie auf dem Ahrensburger Rondeel für ihre Rechte.

Beispiel Nahverkehr: Der Bus hielt am U-Bahnhof West, wo der Zugang zum Bahnsteig nur über eine Treppe möglich ist. „Der HVV sollte hier endlich eine Rampe oder einen Fahrstuhl bauen“, forderte Sonda Zghal, „damit auch Fahrgäste mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen Zugang bekommen.“

Bislang bleibt diesen Menschen nur die Möglichkeit, mit dem Bus zum S-Bahnhof zu fahren, mit der Regionalbahn nach Hamburg-Rahlstedt und mit dem Schnellbus nach Volksdorf zu fahren. „Statt sechs Minuten mit der U-Bahn dauert die Fahrt so über eine Stunde“, klagte Ernst Stockburger, Mitarbeiter der Werkstätten.

Auch gebe es zu wenig Platz in den Bussen für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollatoren. „Besonders die Linie 569 ist betroffen, die am Rosenhof hält“, erklärt Achim Czeschka von der Initiative. Dort müssen immer wieder Fahrgäste an der Haltestelle zurück bleiben, weil die Fahrer sie wegen des überfüllten Busses nicht mitnehmen. Das habe auch der Beirat der Seniorenwohnanlage bereits angemahnt.

Bei der Neuen Lübecker Wohnungsgenossenschaft scheiterten die Besucher schon am Eingang. Eine hohe Stufe ist dort eine schier unüberwindliche Barriere für Menschen mit Handicap. „Wir haben damit einen Anstoß gegeben, um die Situation zu verbessern“, sagt Czeschka.

„Es gibt einige kritische Punkte in der Stadt“, so das Fazit von Sarach. „Wir weisen den HVV immer wieder darauf hin, aber der U-Bahnhof ist sehr alt.“ Ein Umbau sei nicht so leicht ins Werk zu setzen, denn es gebe noch viele solcher Bahnhöfe. Er sehe die Probleme, die ja auch viele Senioren beträfen, so Sarach: „Nach den Zahlen des Kreises wird sich Zahl der über 60-Jährigen in 20 Jahren verdoppeln.“

„Wie können wir Beschwerden im Rathaus loswerden?“, fragte Petra Wiggenhagen den Bürgermeister. „Schicken Sie eine Mail ans Rathaus“, antwortete der, „oder schicken Sie Brief oder auch Zettel.“ Die meisten Anfragen liefen über seinen Schreibtisch. Seine Idee: „Man könnte Patenschaften für Menschen mit Behinderungen übernehmen.“ Auch die Angebote im Rantzau-Haus und der Volkshochschule sollten erweitert werden.




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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 27.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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