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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:27 Uhr

Bargteheide : Wechsel in die Kreisverwaltung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bargteheides Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel übernimmt eine neue Aufgabe. Sie wird Koordinatorin der Stormarner Flüchtlingsinitiativen beim Kreis.

Ein Wechsel im Bargteheider Rathaus steht an. Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel übernimmt eine Stelle in der Kreisverwaltung. Sie wird ab dem 15. April die verschiedenen ehrenamtlich tätigen Flüchtlingsinitiativen in Stormarn beraten und koordinieren. Ihre neue Aufgabe ist zunächst auf drei Jahre befristet. Die Gleichstellung in Bargteheide wird neu ausgeschrieben.

„Ich gehe nach sechs Jahren hier ruhigen Gewissens“, sagt Gabriele Abel. Die Gleichstellung sei in Bargteheide gut verankert. Auch die Flüchtlingshilfe „Bunte Vielfalt“ stehe gut da. Durch deren Vereinsgründung im vergangenen Jahr wurde sie von dieser Aufgabe entlastet, die sie zeitweise sehr beansprucht hat. „Mit unseren Kompetenzteams haben wir eine gute Basis fürs Weiterarbeiten“, sagt Ulrike Meyborg, die Flüchtlingsbeauftragte von Amt und Stadt.

Nach der Erstaufnahme stehe jetzt die Integration der Schutzsuchenden im Mittelpunkt. Das bedeutet neben dem Spracherwerb auch die Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen. „Deutschkenntnisse sind das A und O, zum Erlernen sind etwa zwei Jahre nötig“, sagt Margit Hegenbart. Weiterhin werden aber auch Wohnraum und Paten gesucht. Dabei gibt es jetzt Unterstützung vom Land. Es finanziert jetzt zwei Teilzeitstellen zur Koordinierung der Hilfe und zum Dolmetschen.

Für die Koordination steht jetzt ein Kontingent von 19,5 Wochenstunden zu Verfügung. Zwölf Wochenstunden hat eine Dolmetscherin für Farsi (Persisch), weitere fünf Stunden gibt es für die Schwangerenberatung. Gesucht wird noch ein Dolmetscher für arabische Sprache. „Es gibt schon einige Interessenten“, so Ulrike Meyborg. Voraussetzungen dafür seien gute Deutschkenntnisse und ein Mindestaufenthalt von drei Monaten in Deutschland.

Zurzeit leben 480 Flüchtlinge in der Stadt und dem Umland, 250 von ihnen sind bereits anerkannt. Die Zahlen sind deutlich zurückgegangen. „Beim Familiennachzug rechnet das Land mit etwa 9000 Personen“, so Meyborg. Das sei eine große Herausforderung für den Verein, sagt die Vorsitzende Margit Hegenbart: „Die Neuankommenden sprechen kein Deutsch, sie benötigen Kita- und Schulplätze.“ Die Strukturen für eine Hilfe zur Selbsthilfe seien aber vorhanden, ergänzt Gabriele Abel und nennt als ein Beispiel dafür die Teestube.

Hilfe gibt es auch vom Landwirtschaftsministerium, so Hegenbart: „Wir haben einen Zuwendungsbescheid über 5780 Euro für Fahrradanhänger bekommen.“ Weitere 1000 Euro gibt der Verein hinzu. Damit sollen 25 Anhänger für die Schutzsuchenden aus dem Umland beschafft werden. Die erhalten sie leihweise und gegen ein Pfand, sie müssen auch bei der Montage helfen. Die Idee stammt aus der Fahrradwerkstatt. „Wir haben uns intensiv darum bemüht“, so Birgit Schröder von der „Vielfalt“.

„Wir müssen verhindern, dass Parallelwelten entstehen“, sagt sie, „das ist jetzt unsere vordringliche Aufgabe“, sagt Schröder. Die Neubürger sollten deshalb aktiv am Stadtleben teilnehmen, um sich zu integrieren.



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