Wasserturm nicht mehr zu retten

<strong>Er verfällt </strong>mehr und mehr: Der Wasserturm soll deshalb abgerissen werden. Foto: Möller
Er verfällt mehr und mehr: Der Wasserturm soll deshalb abgerissen werden. Foto: Möller

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06. März 2010, 09:18 Uhr

Lägerdorf | Der Putz bröckelt, die Pfannen kommen vom Dach, die Fenster sind herausgebrochen - der Wasserturm ist seit Jahren baufällig. Da sich bisher kein Investor gefunden hat, soll das Bauwerk jetzt abgerissen werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Gemeindevertretung an das Kreisbauamt gerichtet.

Ihre Behörde sei auch bereit, den Turm abzureißen, sagt Kreisbauamtsleiterin Ute Spieler. Allerdings müsse das Thema hausintern noch weiter beraten und auch die entsprechenden Haushaltsmittel müssten noch bereitgestellt werden. Eigentlich müsste sich der Wasserturmbesitzer um Gefahrenbeseitigung oder Abriss kümmern - doch Wasserturm und Grundstück sind seit Jahren herrenlos.

Das 1939 errichtete Bauwerk wurde 1978 außer Betrieb genommen. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer. Der letzte Eigentümer, eine Grundstücksgesellschaft, meldete Insolvenz an, einen Rechtsnachfolger gab es nicht. Auch die finanziell klamme Gemeinde wollte den maroden Wasserturm nicht übernehmen. Seitdem steht das Bauwerk leer, es verfällt mehr und mehr.

Dies allerdings rief das Kreisbauamt auf den Plan, denn diese Behörde muss dafür sorgen, dass vom Bauwerk keine Gefahren durch zum Beispiel heruntergewehte Dachziegel entstehen. "Im Zuge der Gefahrenabwehr müssen wir Ersatzvornahmen leisten", sagt Ute Spieler. 5000 bis 10 000 Euro seien für die Sicherheit jährlich aufgebracht worden. Die Schäden hätten mittlerweile aber ein so großes Ausmaß angenommen, dass der Turm nicht mehr zu retten sei, betonte Ute Spieler gegenüber unserer Zeitung.

An Kosten für den Abriss wurden in der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung bis zu 100 000 Euro genannt. Die hohe Summe kommt deshalb zusammen, weil dicht an das Grundstück andere Häuser grenzen und so viel Handarbeit notwendig ist. "Wenn der Turm abgerissen ist, stellt sich auch die Frage, was mit dem Grundstück passiert", sagte Bürgermeister Heiner Sülau. Klar ist: Die Gemeinde hat dann ein Zugriffssrecht darauf.

Der Wasserturm wurde seit 1939 für die Wasserversorgung genutzt. 100 Kubikmeter Wasser fasste der so genannte Hängebodenbehälter im oberen Teil des 31 Meter hohen Bauwerkes. Bis 1969 betrieb die Gemeinde das Wasserwerk, danach übernahm es die Schleswag, legte es aber 1978 still. Seitdem liefert der Wasserbeschaffungsverband Krempermarsch das Wasser.

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