zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 22:22 Uhr

Wasserfrage: Leitung oder lieber Brunnen?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neritzer werden zur Versorgung befragt / Gemeindevertretung will Klarheit haben

In Neritz, der kleinsten Gemeinde des Amtes Bad Oldesloe-Land, gibt es bisher keine zentrale Wasserversorgung. Das kühle Nass aus dem Wasserhahn stammt aus hauseigenen- oder Gemeinschaftsbrunnenanlagen. Allerdings sind nicht mehr alle Bürger mit dieser Art der Versorgung und der Qualität des Wassers zufrieden, beziehungsweise müssten hohe Summen in die Modernisierung ihrer Anlagen investieren.

Andere schwören allerdings auf ihr Brunnenwasser und den guten Geschmack. Alle Neritzer Haus- und Hofbesitzer sind deshalb jetzt dazu aufgerufen, sich an einer Umfrage zu beteiligen, in der es auch über die Art der Versorgung geht. Brunnenwasser oder zentrale Wasserversorgung ist hier die Frage.

Allerdings werden auch andere Dinge abgefragt. So zum Beispiel das Alter der vorhandenen Brunnen- und Wasseraufbereitungsanlagen und ob demnächst Investitionen in Sachen Wasser geplant seien.

Der Grund für die Umfrage ist einfach. „Es sind zu der Problematik in der vergangenen Zeit immer wieder Bürger an die Gemeindevertreter heran getreten“, sagt Bürgermeisterin Karen Lienau. Die Kommunalpolitiker wollten aber die Wasserfrage, die alle Neritzer betrifft, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden. Darum hat man sich in der Gemeinde zu der Umfrage entschlossen. Denn mit dem Bau von einer zentralen Wasserversorgung könnte es dann auch einem Anschluss- und Benutzerzwang geben. Je nach ausgehandeltem Vertrag mit dem Wasseranbieter müssten sich dann alle Hausbesitzer an die zentrale Wasserversorgung anschließen. Egal ob sie wollen oder nicht.

„Wir stehen erst am Anfang“, betont die Bürgermeisterin. Sie selbst ist natürlich auch betroffen, denn gemeinsam mit ihrem Mann führt sie einen Milchviehbetrieb mit 260 Kühen. Die wollen natürlich auch alle mit Wasser versorgt sein.

Die Kommune ist zudem selber betroffen, denn es gibt auch einen Brunnen der von der Gemeinde betrieben und unterhalten wird. „Daran müsste über kurz oder lang etwas gemacht werden“, so Karen Lienau.

Wie die Entscheidung der Bürger in der Wasserfrage ausgefallen ist, soll während der kommenden Gemeindevertretersitzung bekannt gegeben werden. Die Sitzung ist für Mitte Juni geplant. Sollten sich die Neritzer für eine zentrale Wasserversorgung aussprechen, müsste mit möglichen Anbietern verhandelt werden. Da geht es dann um den Anschluss- und Benutzerzwang und die Frage, ob zum Beispiel Landwirte zur Versorgung ihrer Tierbestände und Bürger zur Bewässerung ihres Gartens weiterhin Brunnenwasser nutzen können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen