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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 03:42 Uhr

Stormarn : Was von der Feier übrig blieb

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der erste Tag des Jahres ist immer auch der Zeitpunkt einer Silvesterschadensbilanz.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2016 | 06:00 Uhr

In den frühen Morgenstunden hallten die letzten Böllerschläge durch die Kreisstadt. Dann waren die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel endgültig beendet. Die Einsatzkräfte verbuchten eine relativ ruhige Nacht – gemessen an der normalen Einsatzaktivität in der größten Partynacht im Land. Die größten Einsätze in Stormarn ereigneten sich in Nütschau (Auto brannte in Carport) und in Tangstedt (Fassadenbrand eines Hauses). Am Schanzenbarg geriet kurz nach Mitternacht ein Balkon in Brand, nachdem sich eine Rakete dorthin verirrt hatte. Die Oldesloer Feuerwehr bekam den Brand schnell in den Griff. Das eigentlich Unding war, dass die Rettungskräfte laut Augenzeugen mit Silvesterraketen beschossen wurden.

Ganz ohne die leider fast schon zu erwartenden Verletzten durch Leichtsinn ging es erneut nicht ab. So zum Beispiel am Berliner Ring in Bad Oldesloe. Dort wurde besonders ausgiebig geböllert und in Kombination mit Alkoholkonsum und Unvernunft stieg auch wieder die Bereitschaft für unsinnige, gefährliche Aktionen. „Es wurde immer schlimmer. Sie sprangen über Feuertöpfe und gezündetes Feuerwerk. Dann wurden Raketen aus der Hand gezündet. Eine von denen traf dann einen der Jugendlichen im Gesicht“, berichtet ein Augenzeuge. „Dann saß er natürlich irgendwann da wie ein Häufchen Elend und jammerte, dass er nicht mehr sehen kann“, berichtet er weiter.

„Unsere Feier war schon vorbei. Wir standen mit einigen der Gäste vor der Tür, als es passierte. Wir haben mit kalten Tüchern geholfen und den Notarzt verständigt“, sagt Klaus Strahlendorf, Inhaber des Restaurant „Zum Kamin“, das direkt am Ort des Unglücks liegt. Der junge Mann musste mit Gesichtsverletzungen in die Chirurgie nach Lübeck gebracht werden. Ob sein Augenlicht nachhaltig Schaden genommen hat, war noch nicht klar absehbar.

Auch ansonsten kam es silvestertypisch – zu weiteren Unsinnsaktionen. Mülleimer brannten aus und der „Nordbrief“-Briefkasten in der Hindenburgstraße wurde mit Böllern aufgesprengt. Auch die Tür des historischen Rathaus musste wieder so manchen Kanonenschlag hinnehmen und wird dementsprechend wieder an der Oberfläche restauriert werden müssen.

Etwas vernünftiger waren die Freunde der Böllerei dieses Mal am beliebten Kunstrasenplatz am Exer, der trotzdem nicht verschont blieb. Doch während es im letzten Jahr große Brandflecken gab – die bis heute nicht repariert wurden – sind es dieses Mal nur kleine Brand- und Schwarzpulverspuren. Die Menge Müll auf dem Fußballplatz sei trotzdem „erheblich“ gewesen, berichtete ein Vater, der mit seinen beiden Kindern am Neujahrsvormittag bereits zum munteren Kicken auf dem Platz war. „Wir haben eine halbe Stunde nur aufgeräumt, damit man hier wieder richtig spielen kann“, so Jens Friedrich. Der tatsächlich auffällig starke Müllanfall im Stadtgebiet ärgerte nicht nur den kickenden Familienvater. Ob am Marktplatz, in der Bahnhofsstraße oder eben am Berliner Ring – die Feierlichkeiten hatten sichtbar ihre Spuren hinterlassen. „Rausschleppen kann jeder, aber dann anschließend sauber machen, darauf hat wieder fast keiner Lust zu. Das ist schon echt eine Schande“, so Restaurantbesitzer Strahlendorf.

Auf dem Oldesloer Marktplatz waren derweil Passanten dabei zerbrochene Flaschen und Böllerreste einzusammeln. „Irgendwer muss es ja machen. Wir glauben, dass das eher ungemütliche Wetter dazu beigetragen hat, dass so viel mehr Müll liegen geblieben ist. Die Leute haben geböllert und sind schnell wieder rein.“

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