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Streit und Schlägereien : Was vom Vatertag übrig blieb

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Aufgeheizte Stimmung, Schlägereien und Verletzte in Lütjensee / Bürgermeisterin entsetzt

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 08:56 Uhr

Lütjensee | Bis zum späten Nachmittag war es relativ ruhig am Lütjenseer Strand. Dann aber gab es irgendwo unter den etwa 300 zumeist jugendlichen Personen Streit und es kam zu Schlägereien. Mehrere Streifenwagen der Polizei waren schnell vor Ort. Die Beamten versuchten zu schlichten. Weil die Stimmung kippte und die Beamten so nicht weiter kamen, riefen sie Verstärkung.

Streifenwagen um Streifenwagen traf in Lütjensee am Seeredder ein. Am Ende waren 25 Polizisten und sechs Hundeführer im Einsatz. Gegen 18.25 Uhr entschied Trittaus Polizeichef Frank Schümann, das Gelände zu räumen. Fünf Minuten Zeit gab er den Personen, ihre Sachen zusammenzupacken und zu gehen. Nachdem die Frist verstrichen war, aber nur wenige Personen der Aufforderung nachgekommen waren, machte Schümann noch einmal unmissverständlich klar, wie die Beamten vorgehen und dabei auch einfache körperliche Gewalt anwenden würden.

Bei der folgenden Räumungs mussten sich Beamte übel beschimpfen lassen. Immer wieder wurden Flaschen auf Polizisten geworfen. Dabei wurde sogar ein Rettungswagen getroffen, dessen Besatzung zuvor einen Verletzten nach einer Schlägerei versorgt hatte. Die Beamten setzten Pfefferspray ein, nahmen Randalierer in Gewahrsam. Da die Betrunkenen immer aggressiver wurden und weiterhin Flaschen warfen, kamen Diensthunde zum Einsatz. Ein Hund biss einen der Randalierer in den Arm, anschließend klickten die Handschellen. Erst nach knapp zwei Stunden hatte die Polizei auch die letzten Leute von der Straße. Drei Beamte wurden verletzt, sieben Personen in Gewahrsam genommen, sechs Randalierer verletzt.

Ein Polizist wurde von einem jungen Mann unvermittelt angegriffen und bekam einen Faustschlag ins Gesicht. Dabei verlor der Beamte seine Brille, die ein Jugendlicher sich als "Souvenir" einsteckte. Erst nach einiger Zeit der Suche konnte der Beamte dem Jugendlichen die Brille wieder abnehmen. Im Zuge dieser Gesamtmaßnahme der Polizei blieb die L 92 am Ortseingang von Lütjensee für eine Stunde voll gesperrt.

Die Beamten schrieben im Anschluss diverse Strafanzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und einiges mehr. Bürgermeisterin Ulrike Stenzler (CDU) sah sich die Ereignisse vor Ort an und war entsetzt. "So etwas ist unglaublich. Das darf in unserer Gemeinde nicht wieder vorkommen." Den Polizisten und dem Rettungsdienstpersonal zollte sie großen Respekt. Bei Enno in Grönwohld (Büttenwarder) feierten auch hunderte Menschen Vatertag - friedlich!

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