Stormarner Wochenschau : Was man so will und nicht weiß

wiedenroth
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06. April 2013, 09:01 Uhr

Dynamik:

In Behörden ist die Krankheitsquote meist wesentlich höher als in der freien Wirtschaft. Auch in der Kreisverwaltung Stormarn, die 2009 ein Gesundheitsmanagement einführte. Gebracht hat es für die Krankenstatistik nichts. Die Quote stieg weiter und ist mit 6,1 Prozent fast doppelt so hoch wie bei den DAK-Versichterten (3,3 Prozent). Aus den Daten lässt sich nur herauslesen, dass es in der Verwaltung mehr Langzeitkranke gibt. Warum das so ist, kann sich der Kreis nicht erklären. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat es versucht. Ihm ist bei der Ursachenforschung eine gruppendynamische Lösung eingefallen.

Stauraum:

Stau gibt es ja immer. Entweder wird gebaut, oder es wird nicht gebaut - dann ist Investitionsstau. Sicher ist auch: Schuld haben immer die anderen. Zum Beispiel die rot-grün-dänische Regierung, die lieber eine Stadtbahn für Kiel fördert als die Straßen in Ordnung zu bringen. Lästert CDU-Mann Tobias Koch. Das kann sich SPD-Mann Tobias von Pein natürlich nicht gefallen lassen, zumal er aus Lütjensee kommt und weiß, wie marode die Dorfstraße ist. Also gibt er den Landesregierungen mit CDU-Beteiligung die Schuld. Nur weil die den Investitionsstau gemacht habe, gibt es jetzt Tempo 10 wegen Straßenschäden. Dass der vorherige Verkehrsminister das Geld für die Sanierung der Dorfstraße bereitgestellt hatte, die jetzige Regierung das aber wieder einkassierte, versucht von Pein zu umschiffen: "Außer Lippenbekenntnissen" sei ja nichts passiert. Und dann beweist der jüngere Tobias, dass er auch Polit-Sprech kann: Man müsse eine "Debatte über die Zukunft der Mobilität führen". Natürlich müsse man "die Straßen in so guten Zustand versetzen, wie es uns möglich ist", aber man müsse auch "gleichzeitig anfangen, Verkehre umzusteuern". Die Lütjenseer werden aber noch länger auf eine U- oder S-Bahn warten müssen als die Reinfelder auf eine Sanierung der Ahrensböker Straße. Die war schon sanierungsbedürftig, als die CDU das Land noch mit absoluter Mehrheit regierte. Tobias, der Jüngere, kann sich daran gar nicht erinnern, Tobias, der Ältere, wird es vermutlich gar nicht wollen.

Retter-Geld:

Da zeigen die Christen mal Engagement, und dann ist es der Kirche auch nicht recht. Nicht in "ihrem" Gemeindehaus, sondern im Peter-Rantzau-Haus mussten sich diejenigen treffen, die für den Erhalt des Gebäudes und der St. Johannes Kirche kämpfen. Wer gedacht hätte, dass der Beschluss, das Gemeindehaus im Juni zu schließen und die Kirche zu verkaufen, die Initiative entmutigt hätte, sieht sich getäuscht. 150 Leute waren zu dem Treffen gekommen, knapp ein Drittel von ihnen trug sich in eine Unterstützerliste ein. Sie sind bereit, Geld für den Erhalt des Gotteshauses zu geben, das sich die Kirchengemeinde nicht mehr leisten kann. Vorbilder gibt es in Hamburg, aber Ahrensburg ist keine Großstadt. Ob es reicht, die größte Kirche Ahrensburgs zu retten, weiß der Himmel.

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