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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 00:25 Uhr

Ahrensburg : Was legal ist und was nicht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Sache mit dem Urheberrecht im Internet - ein Workshop der Landes-Medienanstalt machte die Schüler des Eric-Kandel-Gymnasiums jetzt hellhörig.

Wer heutzutage in eine siebte Klasse geht, ist in einer Welt aufgewachsen, in der das Internet ein fester Bestandteil des Alltags ist. Die Nutzung des weltweiten Netzes ist für diese jungen Stormarner eine Selbstverständlichkeit. Selbstverständlich ist dabei aber nicht, dass sie genau wissen, was legal oder illegal ist, welche Rechte und welche Möglichkeiten sie im Netz haben. Dazu gehören Punkte wie „Cybermobbing“ aber natürlich auch das Problem der illegalen Downloads von Filmen und Musik ohne Unrechtsbewusstsein oder ganz einfach Wissenslücken beim Hochladen und Kopieren von Fotos und Videos. Eine zentrale Frage dabei lautet: „Was ist öffentlich und was privat?“ Sie gehörte auch zu den Fragen, die im Rahmen von Workshops der „Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein“ und dem Portal „Netzdurchblick.de“ am Eric-Kandel-Gymnasium in Ahrensburg mit Siebtklässlern diskutiert wurden.

Studenten, die sich mit dem Bereichen Medienkompetenz und -vermittlung auseinandersetzen, waren in Begleitung der Medienrechts-Professorin Ulrike Verch in die Schlossstadt gekommen. „In einigen Bereichen wissen die Kinder sehr gut Bescheid, vor allem was technische Dinge angeht. Dann gibt es aber auch Bereiche, in denen Halbwissen besteht oder falsche Überzeugungen. Wir wollen da aufklären“, so Verch.

Natürlich könne man in 90-minütigen Workshops nicht alle Aspekte beleuchten und auch gerade moralische Diskussionen darüber, warum in Sachen Urheberrecht manche Dinge geregelt sind, wie sie sind, lassen sich nicht in Gänze führen. „Wir wollen vor allem für das Bewusstsein sorgen, dass man sich informieren kann und sollte, was erlaubt ist und was nicht. Dazu kommt natürlich ein erhöhtes Verständnis für die Regeln und Gesetze“, erklärt Verch. In Gesprächen könne den Schülern häufig deutlich gemacht werden, dass Musiker, Fotografen oder Filmemacher eben auch Geld verdienen müssen mit ihren Werken und illegale Downloads natürlich nicht fair gegenüber den kreativ Tätigen sein können, die davon leben. In den Workshops wurde die Grenze zwischen eigenem Werk und geklauten, kreativen Inhalten deutlich gemacht.

Interessant waren dabei so manche Schülerfragen, die immer wieder deutlich machten, wo die Gefahr des gefährlichen Halbwissens besteht. So zum Beispiel die Nachfrage, ob es erlaubt sei, von einem Freund ein Foto zu kopieren, der das irgendwo im Internet selbst einfach „entliehen“ hat. Oder ob man Musik populärer Künstler für eigene Videos nutzen dürfe, wenn man sie „einfach so im Netz gefunden hat“. Interessiert waren die jungen Stormarner vor allem an den Abgrenzungen zwischen privat und öffentlich. Hier wurde deutlich, dass so manche Schüler glauben, dass ihre Daten im Netz nicht-öffentlich sind, wenn sie ihre Privatsphären-Einstellungen dementsprechend einstellen. Erstaunen machte sich breit, als klar wurde, dass ein Video von einem „geklauten“ Song, das nur von fünf Leuten abgerufen werden kann, trotzdem als öffentlich gilt. „Das gesamte Urheberrecht und viele Streitfragen sind sehr komplex.

Viel zu komplex, um sie hier im Detail zu erklären. Aber wenn wir ein erhöhtes Bewusstsein schaffen können, eine Sensibilisierung dafür, dass nicht alles erlaubt ist, nur weil es möglich ist, ist was erreicht“, sagt Verch. Neben den Workshops in Urheberrecht unterrichteten Oberstufenschüler jüngere Mitschüler im Bereich „Social Media“. Zudem war die Polizei vor Ort, um über Gefahren von Cyber-Mobbing aufzuklären.

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erstellt am 10.Feb.2016 | 15:34 Uhr

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