Stormarner Kindertage : Was für Kinder übrig bleibt

Bürgermeister Oliver Mesch freut sich, dass die Kindertage in Trittau veranstaltet werden. Der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, Ingo Loeding, möchte die Kinderrechte bekannter machen.
Bürgermeister Oliver Mesch freut sich, dass die Kindertage in Trittau veranstaltet werden. Der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, Ingo Loeding, möchte die Kinderrechte bekannter machen.

Trittau bildet dieses Jahr den Schwerpunkt. Vom 21. September bis 4. Oktober wird wieder eine bunte Programmvielfalt geboten.

shz.de von
01. Mai 2015, 10:00 Uhr

Die Stormarner Kindertage haben in diesem Jahr ihren Schwerpunkt in Trittau. Vom 21. September bis zum 4. Oktober organisiert der Kinderschutzbund gemeinsam mit Vereinen und Institutionen ein buntes Programm, bei dem die Kinderrechte gemäß der UN-Konvention im Mittelpunkt stehen. „Viele Kinder, aber auch die meisten Erwachsenen kennen diese Rechte nicht“, sagt Ingo Loeding, Geschäftsführer vom Kinderschutzbund. Das soll mit den Aktionen geändert werden, die sich beispielsweise um den Schutz vor Gewalt, die Gleichstellung aller Kinder, die Gesundheit, die gesunde Ernährung, den Schutz vor Armut drehen, aber auch das Recht zu spielen ausführlich berücksichtigen.

Bei einem ersten Planungstreffen in der Trittauer Verwaltung wurden erste konkrete Ideen zusammengetragen: Das Beratungszentrum Südstormarn feiert 25-jähriges Bestehen mit einem bunten Fest und Flohmarkt, der Kreisjugendring wird in den Jugendtreffs der Gemeinden Spiele für das Abschlussfest vorbereiten, sie SPD bereitet einen Luftballonweitflug sowie ein Projekt für Flüchtlinge vor, der Kindergarten in Grönwohld veranstaltet einen Elternabend über Kinderrechte und plant eine Malstraße und Schminkstation beim Abschlussfest.

Die Kindertage beginnen einen Tag nach dem Weltkindertag mit einer Fähnchenaktion vor dem Ahrensburger Schloss. Für jedes arme Kind ein Fähnchen, das bedeutet in Stormarn etwa 6500 Kinder. „In Trittau leben offiziell 200 Kinder von Hartz IV, man kann aber die doppelte Zahl annehmen, die arm sind, wenn man andere Hilfsangebote berücksichtigt“, so Loeding, der aufgrund seiner täglichen Arbeit harte Worte findet: „Hartz IV führt zur Kindeswohlgefährdung.“ Er skizzierte einen Fall, bei dem der Kinderschutzbund aus einem Notfonds half, da einer Mutter die Zuwendungen gestrichen wurden, weil es Differenzen gab. Sie saß ohne Geld da und konnte für die Kinder nichts zu essen kaufen.

Der Kreisgeschäftsführer führte weiter aus, wie sich Armut auswirkt: „Die Kinder sind schon benachteiligt, wenn sie mit der Schule anfangen.“ Als ein Beispiel nannte er den heute ganz normalen Umgang mit der Alltagstechnik von Tablet bis Computer: „Es ist ein Unterschied, ob man das täglich macht oder nur einmal die Woche im Unterricht an so ein Gerät darf.“ Viele Menschen würden die Armut bei ihren Mitmenschen allerdings gar nicht wahrnehmen, da es nicht nur um Kleidung und Essen und Trinken gehe.

Die Kindertage schließen am 4. Oktober im Rahmen des Erntedankwochenendes mit einem Abschlussfest auf dem Europaplatz. Vorab wird ein Programm erarbeitet, an dem sich jeder beteiligen kann. Bis zum 12. Juni können Schulen, Kitas, Vereine und Institutionen ihre Ideen einreichen: Deutscher Kinderschutzbund, Kreisverband Stormarn, Postfach 1220, 22934 Bargteheide, per Fax: 04532/280681, per Mail: info@kindertage.com. Fragen beantworten Kristina Götting und Alexander Witsch unter der Rufnummer: (04532) 280680. Infos: www.kindertage.com.




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