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Stormarner Wochenschau : Was dabei alles rauskommen kann

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wohin mit den Fahrrädern am Bahnhof und wohin verschwinden die Millionen des Kreises? Letztere sackt das Land ein und für die Räder soll es ein Radhaus geben.

Abgestellt

Das Auto ist den Deutschen lieb und teuer. Anders ist nicht zu erklären, dass seit Jahren zwar immer wieder neue Parkplätze am Oldesloer Bahnhof gebaut werden – die kostenlos genutzt werden dürfen. Aber gegen die Misere bei den Fahrradstellplätzen wurde fast nichts unternommen. Okay, zwischen zwei Gleisen wurden zusätzliche Boxen aufgestellt. Ein Tropfen auf den heißen Stein, ein unzuverlässiger obendrein, denn bei Schnee und Eis lassen sich die Türen der Kisten nicht mehr öffnen. Und es gäbe noch mehr zu kritisieren.

Aber jetzt soll ja alles besser werden. Mit knapper Mehrheit haben die Oldesloer Stadtverordneten beschlossen, dass im Bahnhof ein Radhaus gebaut werden soll: Eine vollautomatische Anlage, in der 120 Räder sicher untergebracht werden können. Helm und Regenkleidung finden in der Box Platz, für E-Bikes soll es Lademöglichkeiten geben. Zusätzlich sollen auch noch etliche Fahrradständer montiert werden. Zukünftig hätte Oldesloe also ein Angebot für jeden Bedarf.

Natürlich gibt es ein Radhaus nicht zum Nulltarif, sonst würden vermutlich alle Hurra rufen. Was das Ding wirklich kostet, steht noch nicht fest. Summen zwischen 380 000 und 500 000 Euro stehen im Raum. Nur zum Vergleich: Die 140 neuen Parkplätze am Bahnhof haben 900 000 Euro gekostet – und darüber wurde nicht annähernd so lange diskutiert.

Nicht bestellt

Im Endspurt zum Finanzausgleichsgesetz scharen sich die Genossen hinter Martin Habersaat und Tobias von Pein. Man wolle die „personalisierte Diskussion“ beenden, sagt Kreisvorsitzende Susanne Danhier, und deshalb gibt es eine Stellungnahme. Der SPD-Kreisvorstand fordert die „Rückkehr zu einer sachlichen Debatte“ und bestätigt den beiden SPD-Landtagsabgeordneten, viel erreicht zu haben. Sachliche Argumente haben die FAG-Reformer vermissen lassen. Noch in dieser Woche rechtfertigte Habersaat in einer Ortsvereinskonferenz, die Schlechterstellung der Kreises damit, dass der Bund die Grundsicherung übernähme, 5,6 Millionen für Stormarn. Das Argument hatte schon Minister Breitner ständig als Nebelkerze in den Raum geworfen. Erstens hat das eine mit dem anderen nichts zu tun, und zweitens ist es ja nicht so, dass nur die Kreise diesen Ausgleich bekommen, sondern auch die kreisfreien Städte.

Viel erreicht? Ein angekündigtes Minus von zehn Millionen empörte im Frühjahr die Kreispolitik. Nun werden es 9,8 Millionen. Das nennt man mal einen Verhandlungserfolg. Ach ja, es soll noch Fördermittel geben, so Habersaat und Pein. Für Infrastrukturmaßnahmen, für Wohnungsbau, der absolut nichts mit dem FAG zu tun hat, und für Schulsozialarbeit, die ohnehin Ländersache ist. Da haben die Stormarner also echt viel erreicht bei ihren Genossen.

Habersaat bucht die meiste Kritik als „Oppositionsrhetorik“ ab, Tobias von Pein schafft es, als einziger aus den vernichtenden Beiträgen zum FAG auf dem Gemeindetag etwas „Positives“ herauszuhören.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 08.Nov.2014 | 08:00 Uhr

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