zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Wanderweg 2.0 – Brenner Moor interaktiv

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das gibt es bislang noch nirgendwo sonst in Schleswig-Holstein: Ein neuer Lehrpfad will mit Smartphone und Internet entdeckt werden.

„Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn jetzt ziehen – voller Respekt“, sagt Olav Krasmann, vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bei der Einweihung des neuen Brenner Moor Wanderwegs: „Ich bin schwer begeistert. Wenn Sie mal kein Bock mehr auf Lehrer haben, hole ich Sie in unsere PR-Abteilung.“ Doch davon wollte die Oldesloer Umweltschützerin Dr. Ulrike Graeber nichts wissen – sie hat den ersten interaktiven Wanderweg in Schleswig-Holstein angestoßen und maßgeblich mit konzipiert.

Immerhin, drei Jahre hat die Realisierung gedauert. Alles fing mit den Vorbereitungen für eine Exkursion durch das Brenner Moor im September 2012 an. Ein Blick in die Graebersche Flyer-Kiste offenbarte „ziemliche Ebbe“. Zudem waren die verbliebenen Flyer nicht mehr sonderlich aktuell. Mittlerweile waren der Weg erneuert und vor allem die Niederung wieder vernässt worden.

So meldete sie das Brenner Moor beim „Besucherinformationssystem“ an. „Wenn uns das Land ohnehin einen normalen Flyer finanziert, könnten wir doch vielleicht auch gleich tiefer einsteigen“, schildert sie ihre Hintergedanken. Heraus kam der erste interaktive Wanderweg des Landes.

„Ich freue mich total“, sagt Ulrike Graeber über das Ergebnis. Olav Krasmann teilt die Begeisterung: „Wir betreten völliges Neuland. Ich finde es klasse, dass wir uns hier zeitgemäß aufstellen.“

Am Parkplatz der Kleingärtner an der Heimstraße steht eine neue große Infotafel. Ebenso am ehemaligen Pumpenhäuschen an der Grünen Brücke. Am Kloster Nütschau, dem Parkplatz Wolkenwehe und der Travebrücke hinter dem Krankenhaus stehen jeweils neue kleine Schilder. Aus kleinen Schubfächern gibt es bei den Kleingärten und an der Grünen Brücke zudem die aktuellen Flyer. Der besondere Clou des Wanderwegs sind aber zehn Holzpfosten mit einem QR-Code längs des Wegs. Die kleinen karierten Quadrate müssen mit einem Programm auf dem Smartphone gescannt werden. Dann öffnet sich eine Internetseite mit zusätzlichen Inhalten, die dabei helfen, Fragen vom Flyer zu beantworten. „Da steckt viel Potenzial drin“, ist Krasmann überzeugt: „Wir erreichen damit die Jugendlichen wieder.“

Um die Wirkung auf junge Leute zu testen und weil das Ehepaar Graeber kein Smartphone hat, brachte Klaus Gräber einige angehende Abiturienten der TMS zur Einweihung des Wanderwegs mit – klar haben die entsprechende Geräte dabei. Erste Reaktion von Anica Schumacher: „Ich war mit einer Freundin los und habe es ausprobiert. Echt cool gemacht.“ Es kamen aber auch gleich Verbesserungsvorschläge. Statt „nur“ Informationen zu bekommen hätten die Jugendlichen gerne ein Online-Quiz hinter den QR-Codes. Da zeigt sich ein Vorteil der digitalen Technik. „Solange es um die Homepage geht, ist alles machbar“, versicherte Holger Mordhorst, der das Projekt mit seinem Büro realisiert hat.

 

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 24.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen